Zur Zeit haben wir zwar Sommer. Aber das Wetter ist nicht allzu stabil. Meist zieht am Nachmittag oder am Abend ein Gewitter auf. Wir haben es am Dienstag trotzdem gewagt, eine etwas größere Bergtour zu unternehmen.
Das Hundsarschjoch bei Vils im Tiroler Außerfern wollten wir bezwingen. Natürlich fragt ein jeder, was denn das für ein seltsamer Name ist. Hier die wahrscheinlichste Erklärung:
"Die Vilser Alm allein ist schon einen Ausflug wert, zugleich ist sie auch ein hervorragender Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Wer auf die kleinen Täfelchen schaut, um seine Route zu suchen, kommt am Hundsarschjoch nicht vorbei. Dieser Name sorgt immer für Schmunzeln und so manch einer muss schon zweimal hinschauen. Von der Vilser Alm ist ein Fußmarsch mit 45 Minuten für geübte Wanderer angesetzt, in denen man 400 steinige Höhenmeter hinter sich lässt um auf das Hundsarschjoch zu gelangen. Woher der Name kommt? Das weiß leider keiner so genau… Aber dennoch gibt es eine nette Anekdote zu den verschiedenen Bergnamen:
Früher waren die Tannheimer Berge schwer zugänglich. Somit ergaben sich nicht ganz so vornehme Namen wie „Metzenarsch“ und „Hochscheisser“. Diese waren die wenig schmeichelhaften Begriffe für die steilen Klippen der Kellenspitze. Diese Bezeichnung verlor der Gipfel angeblich im Jahr 1854, als Königin Marie von Preußen, die Mutter von König Ludwig II., als begeisterte Bergsteigerin wieder einmal in der Gegend wandern war. Sie ließ sich von einem einheimischen Bergführer das Panorama erklären. Dem waren die geläufigen Namen wohl peinlich und deshalb mussten die Berge schnell umgetauft werden. So wurde der „Metzenarsch“, welcher auf die damals übliche Bezeichnung für eine Prostituierte hinwies, zur Kellenspitze. Dabei diente die angrenzende Flur "in der Kelle" als neuen Namensgeber. Aus dem Hundsarsch wurde der vornehme Vilser Kegel. Das Hundsarschjoch jedoch hat seinen Namen behalten dürfen…"
Quelle
https://www.koenig-ludwig-hotel.de/blog/die-vilse…-namen-hat.html
Doch nun zur eigentlichen Wanderung. In Vils sind wir in etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit von zuhause aus. Man parkt außerhalb der kleinsten Stadt Tirols und der Weg führt uns zuerst zur Vilser Alm.
Wir sind mit dem blauen Fahrzeug angereist und nicht mit dem gelben.
Der Weg auf die Alm ist recht einfach auf einer Forststraße zu gehen.
Sollte es regnen, könnten wir uns in dieser Schutzhütte unterstellen.
Es geht am Steinbruch vorbei
Richtig stolz sind meine Frau und ich als wir bereits nach einer Stunde die Alm erreicht haben. Eine Stunde und 20 Minuten soll die Wanderung laut Beschilderung dauern. Wenn das so weiter geht, haben wir die noch kommenden 400 Höhenmeter ebenfalls recht flott erreicht, so dachten wir zumindest.
Die Wolken hängen heute tief. Wenn es nur trocken bleibt, dann sind wir schon zufrieden.
Links im Bild ist das Hundsarschjoch zu sehen. 45 Minuten - ein Klacks - oder doch nicht?
Eine Jagdhütte am Weg
Auf einem schmalen Pfad geht es recht steil durch den Wald nach oben.
HInter diesen Bergen verbirgt sich das Tannheimer Tal.
So langsam besteht der Pfad nur noch aus Geröll. Das bedeutet, daß man aufpassen muß, mit jedem Schritt einen festen Untergrund zu finden, sonst rutscht man oder fällt gar hin.
Das Brentenjoch ist in den Wolken versteckt. Da war ich zuletzt vor zwei Jahren. Der Berg ist zwar höher als unsere heutige Tour, aber einfacher zu begehen. Höhe ist nicht alles!
Wanderung auf das Brentenjoch
Am einfachsten erschien mir die Route vom 830 Meter hoch gelegenen…

Hier blühen die Alpenrosen nicht auf freier sonniger Fläche sondern am Waldrand.
Diese Felsnadel am Weg ist nichts für uns.
Meine Angelika hält sich wacker.
Dort unten ist die Vilser Alm. Da scheint die Sonne. Da könnten wir jetzt in der Sonne sitzen und unser Bier genießen.
Ist der Blick in die Ferne schon getrübt, dann achtet man mehr auf die Kleinigkeiten am Weg.
Da müssen wir hinauf. Zum Glück nicht durch die Felswand links sondern relativ einfach durch einen Steig rechts davon.
Dann sind wir oben am Joch. Links gehts hinauf zum Vilser Kegel. Der ist heute nicht unser Ziel. Wir hoffen immer noch trocken wieder ins Tal zu kommen. Bisher hat das Wetter gehalten.
Wir gehen auf der anderen Seite des Jochs ein Stück abwärts um uns einen Platz für die Brotzeit und das obligatorische Gipfelbier zu suchen.
Dort unten ist die Ortschaft Musau im Lechtal.
Der Weg ist hier viel einfacher zu gehen als auf der anderen Seite des Jochs.
Da wir 750 Höhenmeter überwunden haben müssen wir nun auch wieder so weit absteigen.
In der Ferne erkennt man den Forggensee.
Musau ist immer deutlicher zu sehen.
Auch da müssen wir nicht hinaufklettern.
Die Wolken lassen es nur erahnen wie beeindruckend die Felswände hier sind.
Vils hat auch einen Skilift. Und ja, es gibt sie noch - die Pisten ohne künstliche Beschneiung und besonderem Schnickschnack.
Wir kreuzen ein paar Mal über diese Skipiste und gelangen zur Talstation.
Das Konradshüttle ist eine einfache Imbißstation, die nur im Winter für die Skifahrer geöffnet ist.
Einjährige Kälber und zweijährige Schumpen, also Jungrinder dürfen hier frei laufen und grasen. Natürlich sind wir Wanderer etwas Besonderes im Alltag eines Jungrinds. Im Hintergrund ist Vils zu erkennen.
Neben dem Vereinsheim der Eisstockschützen gibt es noch etwas Obst zum Abschluß unserer knapp viereinhalbstündigen Tour. Das Wetter hat gehalten. Keiner hat Blasen an den Füßen. Nur Angelika hat etwas gemeckert beim Aufstieg aufs Joch weil ihr der unsichere Untergrund nicht gefallen hat. Beim Abstieg ging es dann besser.
Beim Heimweg hielten wir dann noch bei meinem bevorzugten Biergarten bei Buchloe und genehmigten uns eine Brotzeit. Alles in allem ein toller Tag in einsamer Bergwelt.
jürgen