Das Mönchgut auf der Insel Rügen gehört zu meinen Lieblingslandschaften.
Lange Zeit war das Gebiet im Besitz eines Klosters, daher der Name.
Seit 1991 ist das Mönchgut auf Rügen als UNESCO Biosphärenreservat anerkannt und Naturschutzgebiet .

Den westlichen Teil rund um Groß Zicker habe ich schon öfter besucht ,
Wandern in den Zickerschen Bergen auf der Insel Rügen
Ein Teil des Mönchguts sind die Zickerschen Berge, eine Hügellandschaft, immerhin bis zu 66m ü.N. Höhe .
Man kann lange Wanderungen machen, Rundwanderungen, kreuz und quer, anstrengend ist es eigentlich nicht.
Ich war schon oft dort und es gibt hier auch schon ein paar Berichte .
Insel Rügen: Im Mönchgut
Rügen: Sagen- und mythenreiche Wanderung bei…
Den östlichen Teil rund um Klein Zicker und um Thiessow mit dem Lotsenturm kenne ich auch , aber ich hatte bisher immer Pech mit dem Wetter.
In diesem Urlaub im Oktober 2021 machte ich mich an einem ( der wenigen ) schönen sonnigen Tage auf den Weg rund um Thiessow und hinauf zum Lotsenturm.
Ich parkte am westlichen Ende des Ortes und begann meine kleine Wanderung direkt am Strand.
Blick hinüber Richtung Zickersche Berge und der Steilküste mit dem Nonnenloch bei Groß Zicker
Ein kleines Stück weit gibt es einen befestigten Weg.
Am Endhaken befand ich mich an der wohl südlichsten Ecke der Insel Rügen,
Es ist erstaunlich, welche Sträucher sich der salzhaltigen Luft widersetzen .
Hagebutten, Sanddorn, niedrige Kiefern, Pappeln....
Ab hier beginnt das Naturschutzgebiet.
Es geht immer an der Wasserkante entlang.
Diese Ecke wird Südperd genannt.
Der Begriff „Perd“ entstammt dem Slawischen und bedeutet soviel wie „Vorsprung“. Nordperd und Südperd sind Bezeichnungen für Küstenvorsprünge
Diese Abschnitte sind im Sommer sicher beliebte Badeplätze der Gäste in Thiessow.
Am Ende des Strandes konnte ich entscheiden:
Ein kurzer Weg hinauf zum Lotsenturm
oder hinunter zum Stand und weiter entlang an der Wasserlinie.
Ein Wildbirnbaum nahe am Wasser - erstaunlich.
Ich entschied mich für den längeren "Weg" am Wasser entlang.
Im Naturschutzgebiet wird nichts geräumt, keine "Strandkehrmaschinen" ( wie in Binz) räumen weg, was angeschwemmt wurde, z.B. das Seegras.
Dieser Abschnitt der Steilküste ist abbruchgefährdet.
Um den natürlichen Vorgang zu verlangsamen hat man einen Wall aus großen Steinbrocken gebaut. Ob er lange hält , wenn aus Osten der Sturm die Wellen hochpeitscht?
An nördlichen Ende des Küstenabschnittes bot sich plötzlich dieser Ausblick auf Göhren und den Nordperd.
Hier bog ich ab und stieg durch den Buchenwald hinauf zum Lotsenturm
Auch das gehört zu einem Naturschutzgebiet
Der Lotsenturm steht auf dem 35,6 m ü. NHN hohen Lotsenberg,
Ab dem 17. Jhd gab es Lotsen, die Schiffe durch die Untiefen des Greifswälder Boddens leiteten.
Ab 1854 gab es eine spezielle Lotsenausbildung, die Lotsen wurden jetzt bezahlt.
Zunächst gab es nur eine Schutzhütte,
1854 wurde ein Steinhaus auf dem Lotsenberg errichtet, 1892 ein zweites Stockwerk draufgesetzt.
1943, nach dem Beginn des 2. WK, wurden keine Lotsen mehr benötigt, da die britische Luftwaffe den Greifswälder Bodden vermint hatte,
1961 wurde mit der Entminung begonnen, der Bodden wurde ausgebaggert und für den Schiffsverkehr benötigte man wieder Lotsen.
Auch die Grenzpolizei der DDR nutzte den Lotsenturm.
Aber ab 1977 waren keine Lotsen mehr nötig, da es Radar, Funk und später auch GPS gab.
Der Lotsenturm verfiel.
2003 fand die Gemeinde Thiessow Finanzpartner für den Wiederaufbau des Lotsenturmes nach historischem Vorbild.
Heute ist der Turm Mobilfunkmast und Aussichtsturm.
Der Rundumblick vom Lotsenturm ist fantastisch: Zicker See, Klein Zicker, Groß Zicker, Zickerscher Berg, Granitz mit Jagdschloss, Göhren nebst Steilufer des Nordperds, Ostsee selbstverständlich, bis nach Usedom und Ruden sowie dem Festland jenseits vom Greifswalder Bodden
Das erste Steinhaus der Lotsen
Hier ein Link zur Webcam, die auf dem Turm angebracht ist.
Webcam Lotsenturm

Thiessow und der Blick hinüber auf die Zickerschen Berge
Klein Zicker
Der kilometerlange Sandstrand zwischen Thiessow und Göhren.
Hier findet jeder sein Plätzchen !!
Vom Lotsenberg ging ich zurück zum Parkplatz.
Der gesamte Weg war nicht sehr lang gewesen ,
aber wie immer,
ich genieße es, langsam und mit vielen Beobachtungs- und Fotopausen unterwegs zu sein.
Eine der typischen Alleenstraßen auf Rügen, hier auf der Rückfahrt bei Göhren.
Elke