01. Tag – 03.09.2021 – Tamaimo Tropical
Das Reisen war in diesem Herbst ja leider etwas erschwert. Normalerweise gedachten Marco und ich nach Teneriffa zu fliegen. Das war unser Ziel Nummer Eins. Doch dann überschlugen sich natürlich die Ereignisse. Werden noch Flüge gestrichen? Welches Land gilt als Hochrisikogebiet? Nicht jeder kann es sich aufgrund seiner Arbeitsstätte leisten, in einem Hochrisikogebiet Urlaub zu machen. Bei mir war es denkbar, bei Marco jedoch nicht. Wie hoch sind die Inzidenzen? Bei solch vielen Unwägbarkeiten empfiehlt es sich, erst spät zu buchen, um halbwegs auf der sicheren Seite zu sein. In Spanien waren die Zahlen zu hoch. Plötzlich sah es in Griechenland besser aus. Oder vielleicht doch Portugal oder die Toskana. Erst wenige Wochen, bevor es losgehen sollte, entwickelte sich die Situation in Spanien zum Besseren. Letztendlich hatten wir Glück und konnten genau das machen, was uns am liebsten war.
Auch wenn ich normalerweise gern vollkommen individuell reise, fiel die Wahl aus vielerlei Gründen auf All Inclusive. Marco hatte damit bereits Erfahrungen gemacht und war zufrieden gewesen. Also gut. Wir buchten 9 Übernachtungen im Hotel Tamaimo Tropical in Puerto de Santiago unterhalb von Los Gigantes.
Und natürlich kam es so – wie auch sonst? – dass genau am Tag unserer Zugfahrt zum Flughafen nach Düsseldorf ein Bahnstreik stattfinden sollte. Ohnehin nicht mit allzu viel Vertrauen in die Deutsche Bahn gesegnet, war uns das zu heiß. Nein, dann fuhren wir lieber mit dem Auto. Zwar bestand die Möglichkeit, mit einem Zug der Abellio Rail GmbH zu fahren, was durchaus hätte funktionieren können, da dies ein Privatunternehmen und nicht an den Streik der Deutschen Bahn gebunden ist, doch brauchte ja nur irgendein Fahrdienstleiter auf der Strecke, der ein entsprechendes Signal zu stellen hatte, der Deutschen Bahn anzugehören und mitzustreiken, schon hätten wir den Schlamassel. Also hatten wir bereits einen Parkplatz im Parkhaus am Flughafen gebucht und starteten mit Marcos Auto früh am Morgen. Gegen Viertel nach 8 kamen wir in Düsseldorf an. Da unser Flug DE1428 der Fluggesellschaft Condor erst für 12:40 Uhr vorgesehen war, hatten wir viel Zeit. Also erst einmal ein Raucherpäuschen, und ein Baguette mit Kaffee, dann in Ruhe das Gepäck aufgegeben, und da bis zum Boarding um 11:55 Uhr noch immer sehr viel Zeit war, nahmen wir an einer Bar Platz, wo Marco sich für ein Bier und ich mich für ein Glas Rotwein entschied. Ach ja, ein kleines Menü bei McDonalds musste auch noch sein.
Der Skytrain in Düsseldorf
Im Flughafen
Abflugzeiten
Marco freut sich
Letzte Zigarettenpause am Flughafen
Die Boardingzeit rückte näher und pünktlich kamen wir zum Gate. Doch was war hier los? Eine unendlich lange Schlange Reisender wand sich zum Durchgang. Das war wohl darauf zurückzuführen, dass mehrere Flüge hier abgefertigt wurden. Darauf waren wir nicht eben vorbereitet. Ich kannte es bis dato nur so, dass jedes Gate nur für einen einzelnen Flug benutzt wird. Es dauerte ewig und noch ewiger. Die Zeit verrann. Hinter dem Gate kam dann noch die Sicherheitskontrolle mit einer erneuten langen Menschenschlange davor. Ich sprach mit einer blonden Dame, die noch deutlich hinter uns stand und das gleiche Flugziel hatte. Sie machte sich große Sorgen. Mit den anderen Leuten in der Schlange vereinbarte sie, dass sie zu uns vorgelassen wurde. Es kam der Aufruf, dass sich die Passagiere nach Teneriffa nun doch dringend zum Flugzeug begeben sollten. Zur Sicherheit sprach ich mit einem Bediensteten. Er sagte, noch müssten wir uns keine Sorgen machen. Kritisch würde es erst, wenn wir mit Namen aufgerufen werden würden. Und prompt kam der Aufruf mit unseren Namen. Jetzt wurden wir zum Band vorgelassen, doch auch hier dauerte es ewig. Eine Dame vom Sicherheitspersonal interessierte sich eingehend für Marcos Notebooktasche. Ihr war es natürlich egal, dass die Zeit drängte. Das konnte doch nicht wahr sein. Als wir hindurch waren, rannten wir schließlich bis zur Fluggastbrücke. Und kaum saßen wir, kam die Ansage „Boarding completed“. Ich bin mir nicht sicher, wie lange man noch auf uns gewartet hätte.
In der Maschine
Heiko mit der Maske
Der Flug verlief ohne Komplikationen. Da wir auf eine Reservierung der Sitze verzichtet hatten, saßen wir in der Flugzeugmitte. Bald schon gab es das kleine Condor-Menü. Das Filmangebot nutzten wir nicht. Im Flieger kauften und teilten wir uns eine Stange Zigaretten, und ich genehmigte mir zwei Warsteiner. Marco gelang es sogar, auf dem viereinhalb Stunden dauerndem Flug, etwas zu schlafen. Mir nicht. Als wir schließlich die Insel überflogen, sahen wir bereits unser Objekt der Begierde, den Vulkan Teide, der im Inselinnern 3.715 Meter in die Höhe ragt. Wir setzten schließlich auf und wurden mit einem Bus zum Terminal gebracht.
Wir verlassen den Flieger
Schon schnell merkt man, wo man hier gelandet ist. Mit seinen Palmen, aber der ansonsten vorherrschenden, kargen und trockenen Natur sowie den Kakteen, wirkt der Inselsüden fast wie Afrika. Von der Geografie her ist es das ja auch. Im Inselnorden ist es etwas grüner, und es gibt sogar Wälder. Insgesamt verfügt die Vulkaninsel jedoch über eine vielfältige Flora. Manche Pflanzenarten gedeihen sogar endemisch auf Teneriffa, der größten und bevölkerungsreichsten Insel der Kanaren. Teneriffa ist, was die Uhrzeit betrifft, eine Stunde vor Deutschland.
Wir kamen aus dem Terminal. Nun galt es, in einer bestimmten Reihe des Parkplatzgeländes einen Mitarbeiter unseres Mietwagenanbieters zu treffen. Tja, welcher Parkplatz war denn nun gemeint? Der Herr sollte ein orangefarbenes T-Shirt tragen. Es war sehr warm, und natürlich trägt man noch die lange Hose, die man in Deutschland angezogen hat. Beim Umherwandern mit Koffer kommt man da schon mal ins Schwitzen. Wir fragten einige Flughafenmitarbeiter, doch niemand wusste Rat. Nach einer halben Stunde des Umherirrens fanden wir die richtige Stelle, schon nahe am Aufgeben. Der Rest ging dann problemlos. Der Vertrag wurde unterzeichnet und schwupp-di-wupp erhielten wir einen roten Renault Clio. Der Herr sagte, dass er bei der Rückgabe, die 9 Tage später am gleichen Ort stattfinden sollte, eventuell gar nicht vor Ort sei. Wir sollten den Wagen dann einfach abstellen und gut. Schließlich hätten wir ja „Full-Kasko“. Wir konnten also mit dem Auto anstellen, was wir wollten. Prima.
Am Flughafen auf Teneriffa
Der Mietwagen
Marco und ich gedachten, uns während des Urlaubs tageweise mit dem Fahren abzuwechseln. Heute war ich erst mal dran. Über die TF-1 ging es also in den Inselwesten nach Puerto de Santiago. Die Insel sah sehr interessant aus. Ein wenig erinnerte mich das alles wirklich an Marokko, wo ich 2019 im Urlaub war. Und in der Tat liegt die Insel ja auch nur knapp 300 Kilometer von der Küste Marokkos entfernt. Alles war braun. Um 18:30 Uhr gelangten wir an die Steilküste Acantilados de los Gigantes, die dem Ortsteil von Santiago del Teide ihren Namen gibt. Die Felsen waren wirklich gigantisch, und wir hielten an, um den Anblick zu genießen. Um zum Hotel zu kommen, ging es steil an der Küste hinab. Das hatten wir uns so nicht vorgestellt. Auf Google Maps sieht man sowas ja nicht. Es war ein schönes Gefühl, den Hügel herunterzukommen und unser Hotel zu sehen. Es liegt auf einer kleinen, von Hotels dominierten Halbinsel, und man musste einmal im Kreis zwischen den Hotels hindurch fahren, um vor unserem Domizil zum Stehen zu kommen. Bereits im Vorfeld hatten wir schon in Erfahrung gebracht, dass es Glückssache sein würde, direkt an der Straße unten am Hotel einen Parkplatz zu finden. Natürlich waren alle belegt. Also fuhr ich die Küste wieder hinauf, und wir parkten auf einem kostenlosen Parkplatz im nächsten, höher gelegenen Viertel des Ortes, weswegen wir im Anschluss mit den Koffern natürlich wieder hinunterlaufen mussten. Spätestens jetzt schwitzte ich wirklich.
Los geht's!
Blick von der Autobahn
In der Nähe von Puerto de Santiago
Die Felsen Los Gigantes
Ferienunterkünfte in der Nähe
Wir sind da!
Dann hatten wir’s geschafft. Um 7 waren wir da. An der Rezeption sprachen wir mit einem Herrn, der auf den Vornamen Israel hörte. Im Gegensatz zu den meisten Anderen, sprach er auch einigermaßen Englisch. Beim Einchecken gab’s das All Inclusive – Bändchen, und wir mussten in einem der beiden Innenbereiche des Hotels am schönen Pool vorbeilaufen, um zu unserem Apartment zu gelangen. Auch die Zimmersuche war bereits ein kleines Abenteuer. Man brauchte nur die Schlüsselkarte, um sowohl die Tür zu öffnen, als auch das Licht anzuschalten. Wir waren zufrieden. Die Pools mitsamt den Poolbars waren schön, doch sollten sie erst gegen 10:00 Uhr am Morgen öffnen. Nun ja, da hätten wir nichts davon. Zu dieser Zeit wären wir wohl niemals im Hotel.
Erster Blick auf den Poolbereich
Am ersten Abend aßen wir in einem kleinen Restaurantbereich, da wir uns noch nicht so gut auskannten. Später stellte sich heraus, dass dies das italienische Restaurant war. Der eigentliche Essensbereich war an anderer Stelle. Doch auch hier kamen wir durchaus auf unsere Kosten. Nach dem üppigen und guten Abendessen erkundeten wir das große Hotel und gelangten schlussendlich in den Bereich des großen Pools auf der anderen Seite des Hotels. Hier fand abends die Unterhaltung statt. Es wimmelte von Engländern. Nicht wenige von ihnen schienen so früh wie möglich das Abendessen einzunehmen, um sich die besten Plätze vor der Bühne zu sichern. Das waren wahrscheinlich genau die, die den ganzen Tag am Pool lagen und dann schnell zu Abend aßen, um sich im Anschluss durch Animation unterhalten zu lassen und zu trinken. Nun gut, jeder hat eine andere Vorstellung von Urlaub. Marco und ich planten eher, so spät wie möglich zu Abend zu essen, um tagsüber die Insel kennenzulernen. Wenn man spät kam, hatte man jedoch ein Problem, was freie Tische und Stühle anbelangte, und so mussten wir uns diese Dinge erst zusammensuchen. Das Hotel hat auch eine Disco, die wegen Corona jedoch geschlossen war. Auf der Bühne waren heute Abend Artisten zu bestaunen. Schließlich holten auch wir uns einige Cocktails und ließen den Abend am Ende auf unserem Balkon ausklingen. Wir waren gut angekommen.