Der Mittwoch versprach ein traumhafter sonniger Frühlingstag zu werden und so haben mein Freund Klaus und ich beschlossen, auf die Stablalm und Stablalpe bei Elmen im Lechtal zu wandern. Zu Beginn möchte ich euch erst einmal erklären, wieso es zwei ähnlich klingende Begriffe für diese Einrichtungen gibt.
Im Allgäu, das ist eine geographisch nicht genau definierte Region hauptsächlich, aber nicht nur im Südwesten Bayerns, spricht man von Alpen und meint damit Weiden in den Bergregionen für Nutzvieh. Im Rest Bayerns sowie im größten Teil Österreichs spricht man von Almen und meint damit das gleiche.
Oberhalb von Elmen im Lechtal stehen die Stablalm und die Stablalpe nicht weit voneinander entfernt. Doch nun zu unserer Wanderung.
Startpunkt war der Wanderparkplatz am Ortsrand.
Kaum zu glauben ist, daß dieser anscheinend harmlose Wasserfall vor ein paar Jahrzehnten durch ein Lawine mit Erdrutsch komplett zugeschüttet wurde.
Der Weg in die Höhe ist auf einem gut ausgebauten und sanft aufsteigenden Fahrweg relativ einfach.
Der Brunnen am neuen Wasserhochbehälter ist noch abgesperrt.
Ein aus dem Felsen gehauener Tunnel befindet sich etwa auf der Hälfte des Weges.
Im Tunnel hat man auf der Seite ein Seil angebracht. Dies nicht um vor einem Absturz zu sichern, sondern um bei Dunkelheit den Ausgang zu finden.
Blick von hier ins südliche Lechtal.
Die Erikaheide blüht
Nach gut einer Stunde Gehzeit finden sich einzelne Schneeflächen auf den Weiden.
Dazu stehen hier etwa zehn Hütten, die wohl früher den Inhabern der Jagd als Unterkunft dienten.
Wir kommen zur nur im Sommer geöffneten Stablalpe.
Natürlich dauert es sicherlich noch zwei Monate bis das Vieh herauf gebracht wird. Vorher gibt es nichts zu fressen.
Die Berge westlich des Lechs zählen zu den Allgäuer Alpen, die östlich davon zu den Lechtaler Alpen.
Außer uns ist an diesem Tag lediglich ein Ehepaar hier herauf gewandert.
Wir gehen noch gute zehn Minuten weiter nach oben bis zur Stablalm. Dort sind die Wirtsleute mit dem Sägen von Brennholz beschäftigt. Die Alm ist geschlossen. Wir dürfen auf Nachfrage auf dem "Balkon des Lechtals" Platz nehmen und unsere mitgebrachte Brotzeit genießen.
Die Alm kann mittels eines Lastenaufzugs, aber auch mit einem Fahrzeug versorgt werden.
Beliebt ist die Stablalm auch bei "Turnschuhtouristen" die gehfaul sind. Dies deshalb weil man sich hierher auch mit einem Pkw fahren lassen kann. Die Selfies auf der Terrasse vor dem Hintergrund der Berge sind wohl beliebt.
Die Stablalm
Selfie der beiden Bergkameraden
die umliegenden Berge
Irgendwann machen wir uns auf den Rückweg und dann geschieht das, was halt gelegentlich in den Bergen geschieht.
Der frühere Wirt der Stablalm hat eine Hütte und kam kurz nach uns mit dem Ebike herauf. Es entwickelt sich ein Gespräch über den Wandel des Tourismus in der Region, uns wird ein Obstler kredenzt und wir drei freuen uns des Lebens. Links am Anbau der Hütte hat Jürgen seine Wanderstöcke abgestellt.
Wir gehen den Sommerweg, einen schmalen Steig abseits des Fahrweges bergab als Klaus mich nach meinen Stöcken fragt. Zefix, hat der Wirt doch tatsächlich ein Quentchen "Demenz" in meinen Schnaps gegeben. Also nichts wie zurück, noch dazu in erhöhtem Tempo um nachzusehen ob die Stöcke noch an der Hütte lehnen. Das war tatsächlich der Fall. Der Wirt gab mir noch eine Viertelstunde, bevor er mit dem Rad und den Stöcken berab gefahren wäre.
Auch ich sage deshalb Danke an Klaus und der Wirt aus Elmen.
Unsere Tour am Berg war zwar zu Ende. Den Abschluß jedoch bildete eine Brotzeit und ein Bier im Zoigl in Kaufbeuren.
Der Herr links im Bild ist der Braumeister Matthias.
Einfach aber gut!
Mahlzeit!
Die Fotos stammen sowohl von Klaus als auch von mir. Alle sind "nur" mit dem Handy aufgenommen worden.
jürgen