- Ort des Berichtes
- Isny
Vor ein paar Tagen haben wir mit unserem Enkel Tom eine ausgedehnte Wanderung auf Württembergs höchsten Berg, den Schwarzen Grat unternommen. Der Begriff klingt nach anspruchsvollem Berg. Dem ist aber nicht so. Der 1118 Meter hohe bewaldete Bergrücken ist technisch nicht anspruchsvoll zu begehen.

Unser Ausgangspunkt war Eisenbach bzw Kreuzthal.
Wieso es sich hier bei einem Dorf eigentlich um zwei Dörfer handelt ist schnell erklärt.
Das Zusammenleben klappt ganz gut. Auf der bayerischen Seite befinden sich die Kirche, die Feuerwehr und das Schwimmbad mit Kiosk.
Auf der Württembergischen Seite der Eschach ist der Dorfladen. Je nachdem, ob man links oder rechts vom Bach wohnt haben die Fahrzeuge Autokennzeichen OA für das Oberallgäu oder RV für den Landkreis Ravensburg.
Hinter diesem Wirtshaus haben wir das Auto geparkt und los ging es auf die Spitze des Berges.
Der Weg führt stetig nach oben durch einen schattigen Wald was uns bei der Hitze entgegen kommt. Tom entdeckt einen Jägerstand und besteht darauf, dass Oma und Opa den auch erkunden.
Der Ausblick ist zwar nicht überragend. Aber Zeit für einen kleinen Imbiss ist auf jeden Fall vorhanden.
Nach einer knappen halben Stunde Gehzeit sind wir am Gipfel des Schwarzen Grats angekommen. Hier gibt es fast alles was der Wanderer begehrt. Sitzgelegenheiten, ein Spielplatz für die Kids, Mülleimer und ein Aussichtsturm dessen Terrasse nach 150 Stufen erreicht ist.
Selbst im Turm gibt es witterungsgeschützt Tische und Bänke.
Die Sicht ist an dem Tag zwar nicht überragend. Die Allgäuer Alpen liegen im Dunst, ebenso der Bodensee.
Allerdings machen wir eine Entdeckung die unseren Plan für heute über den Haufen wirft. Östlich von uns hört man Musik und auch Alphörner von der Wenger Egg Alpe. Dort gibt es wohl eine Veranstaltung. Somit geht es nicht auf einem geplanten anderen Weg zurück zum Auto sondern nach der Vesper, wir sind nicht in Bayern und folglich gibts keine Brotzeit, zur Alpe.
Doch zuerst die nach eineinhalb Stunden Gehzeit verdiente Vesper im Schatten des Turms.
Wie erleichtert bin ich als alles komplett von uns verputzt war einschließlich drei Liter Getränke. Deshalb ist der Rucksack von nun an erheblich leichter. Zu Trinken haben wir nun nichts mehr. Aber auf der Alpe gibt es sicherlich Bier vom Fass und das schmeckt dort oben bekanntlich besser als in einer Wirtschaft.
Anfangs führt der Steig durch den Wald bergab. Dann kommen wir auf Almwiesen und lassen das Raggenhorn rechts liegen.
Auf die Wenger Egg Alpe führt eine mautpflichtige Straße und so ist es kein Wunder, dass dort viele Autos stehen.
Die Blasmusik spielt - Allgäu wie aus dem Bilderbuch oder doch für Touristen gemacht?
Dazu Tanzeinlagen der Trachtler
Die Maß Engelbräu Bier aus Rettenberg am Grünten kostet 8,20€. Ein fairer Preis für ein gutes Bier einer kleinen Familienbrauerei aus der Gegend.
Natürlich gönnen wir uns trotz der Hitze ein Bier. Schließlich geht es von hier aus ja nur noch bergab.
Irgendwann ist Tom auch fertig mit dem füttern der Zwergziegen und Kaninchen und wir machen uns auf den Rückweg. Dazu nehmen wir den Weg entlang des Rotbachtobels.
Etwas abseits vom Weg sehen wir diesen Unterstand.
Es handelt sich hier um den Standort einer ehemaligen Glashütte.
Der Glasofen
Perlmuttfalter
Erst unten im Eschachtal erkennen wir, dass es ein Fehler war durch den Rotbachtobel hinab zu wandern. Das was ich auf meiner Karte als Wanderweg zurück ins Dorf zu erkennen glaubte ist die Landesgrenze die die Eschach bildet.
Es hilft alles nichts. Nun müssen wir sieben Kilometer auf der Landstraße zurück zum Auto laufen. Dort herrscht zwar wenig Verkehr. Aber die Teerstrasse ist nun mal knüppelhart zu begehen.
Wir passieren vereinzelte Gehöfte.
Schließlich sind wir nach einer Stunde am kommunalen Schwimmbad angelangt. Es ist kurz nach 18.00 Uhr und der Dorfladen hätte noch eine halbe Stunde geöffnet. Schliesslich sind wir ziemlich ausgetrocknet.
Der Kiosk am Freibad hat noch geöffnet und so bekommen wir etwas zu trinken und sogar einen Imbiss.
So wurde aus einer geplanten leichten Tour eine Wanderung von immerhin 15 Kilometern mit ein paar hundert Höhenmetern noch dazu. Schon erstaunlich, dass Tom mit seinen sieben Lenzen ohne Meckern die Wanderung überstanden hat.
Damit steht fest, dass wir mit ihm künftig durchaus anstrengendere Touren in den Bergen unternehmen können.
Jürgen