Seit Wochen haben wir warmes, trockenes und meist sonniges Spätsommerwetter. In den Bergen liegt selbst auf 2500 Metern Höhe kein Schnee. So nutzten wir einen Tag dieser Woche zu einer Wanderung von Nesselwängle aus über die Krinnenalpe und die Edenalpe bis zur Gräner Ödenalpe.
Los ging es bei der Sesselliftbahn zur Krinnenalpe. Die Bahn und auch die weiter oben steht seit zwei Jahren still. Die Gemeinde findet keinen technischen Betriebsleiter. Dazu kommen schneearme Winter. Eine künstliche Beschneiungsanlage gibt es hier nicht.
Wir nehmen nicht den Wirtschaftsweg sondern den steileren Pfad nach oben.
Nach einer knappen Stunde gibt es die erste Brotzeit kurz unterhalb der Krinnenalpe.
Die ist nicht mehr unser Ziel seit wir dort den grauslichsten Cappuccino (mit Sprühsahne!) seit Jahren bekommen haben.
Zudem ist diese Alpe eine reine Touristenalpe weil bisher jeder Urlauber die dreihundert Meter ebenen Weg ab der Bergstation der Seilbahn auch geschafft hat. Nun muss man allerdings auf einem einfachen Weg etwa eineinviertel Stunden hierher wandern. Diese Alpe liegt nur auf 1530 Metern Höhe.
Wir gehen eine knappe Stunde weiter sanft nach oben um die Krinnenspitze herum bis zur Edenalpe. Die liegt nur wenig höher auf 1671 Metern Höhe.
Beim Näherkommen hören wir das Brummen des Stromaggregats. Anders als auf der Krinnenalpe gibt es hier keinen Stromanschluss.
Ich finde es schade, dass die beiden Dächer der Alpe und des Stalls nicht für eine Photovoltaikanlage genutzt werden.
Auch drinnen scheint es gemütlich zu sein.
Wir sitzen draußen so wie die wenigen anderen Gäste.
Ein Radler für die Dame und eine Buttermilch für den Herrn.
Nach einer Stunde packen wir es doch noch und machen uns auf den Weg zur Ödenalpe.
Die liegt nur wenig höher auf 1720 Metern und ist in einer halben Stunde erreicht.
Der Berg im Hintergrund ist die Krinnenspitze welche vor einigen Jahren bereits mein Ziel war.
Wanderung auf die Krinnenspitze im Tannheimer Tal
Los geht es in der Ortschaft Rauth. Dorthin gelangt man vom Gaichtpaß aus, der das Lechtal mit dem Tannheimer Tal verbindet.

Die Schumpen waren noch auf der Weide.

Immer wieder lichtet sich der Wald. Wir sehen die Ortschaft Gaicht mit…

Kurz nach der Überschreitung des Sattels sind wir bereits da.
Die Alpe ist zwar noch bewirtschaftet. Wenn jedoch am späten Nachmittag keine Wanderer mehr kommen sperrt der Wirt zu und macht sich im Pkw auf den Weg ins Tal.
So kam es, dass wir alleine da waren.
Das wiederum stört uns nicht weil wir eh alles dabei haben was man an Verpflegung in den Bergen benötigt.
Dann tauchen zwei Ebiker auf. Wir ratschen eine Weile, sie knipsen ein Bild von uns und schon sind wir wieder alleine hier.
Es ist so ruhig hier oben, dass wir gelegentlich einen Hirsch Röhren hören.
Ich entdecke einen ungewöhnlichen Blumentopf bestehend aus einem alten Käsekessel der mit Holz geheizt wurde.
Die Lechtaler Alpen mit Ansage
Unterm Dach befindet sich das Matratzenlager.
Gegen 16 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Dabei nehmen wir den selben Weg wie wir hierher gegangen sind.
Wir nähern uns dem Tannheimer Tal.
Den Haldensee und die dortigen Nobelhotels sehen wir nur teilweise.
Gedenken am Wegrand
Nach knapp zwei Stunden Gehzeit, teilweise über Skipisten sind wir wieder im Dorf Nesselwängle. Dabei haben wir oft einen Hubschrauber im Blick, der sicherlich ein Dutzend mal einen Sack mit verschiedenen Dingen auf die Schneetalalm bringt.
Wanderung auf die Schneetalalm im Tannheimer Tal

Mal was anderes als Schumpen (Jungrinder) neben…

Die Tatsache, dass eine Alm oder Alpe die nicht einmal in großer Höhe liegt auch heute noch mit dem Hubschrauber versorgt wird befremdet mich. Es wäre doch langfristig kostengünstiger und umweltfreundlicher wenn man so wie in der Vergangenheit einen Materiallift baut wenn schon ein Wirtschaftsweg zu teuer oder aufwändig erscheint.
Hergekommen sind wir über das Lechtal und den Gaichtpass. Zurück geht es nun über die „Fallmühle“ und Pfronten mit einer Station beim Kössl Bräu in Speiden im Ostallgäu.
Eine technisch nicht allzu anstrengende Tour die aber Ausdauer erfordert findet ein gemütliches Ende in der Brauereiwirtschaft.
Jürgen