Mitte Juli war ich zehn Tage in Istrien. Weil ich mit dem Cabrio unterwegs war, wollte ich bei Sonnenschein natürlich nicht möglich schnell auf der Tauern Autobahn nach Hause fahren. Vielmehr ging es mir darum, möglichst die gesamte Strecke bei gutem Wetter mit geöffnetem Verdeck nach Hause zu fahren.
Zu dieser Zeit war es im Raum Pula sehr heiß. Ich starte morgens um acht bei immerhin schon 30 °C Lufttemperatur. Und doch hatte ich bereits das Verdeck geöffnet und bin dann über die Y Autobahn nach Koper, vorbei an Triest und Udine bis nach Tolmezzo gefahren.
Dort ging es weiter auf der SS 52 nach Villa Santina. Ab dort weiter auf der SR 355 über Ovaro, Comeglians und Forni Avoltri nach Sappada. Die Straße wurde in den vergangenen Jahren gut ausgebaut. Es gibt ein paar neue Tunnel, dazu wurde neu asphaltiert.
Die Gegend nennt sich Cadore und ist bis auf Sappada Italienischsprachig. Der Ort trägt auch den deutschen Namen Plodn.

„Im März 2008 hielt die Gemeinde ein Referendum ab, ob Sappada von der Region Venetien (Provinz Belluno) abgetrennt und der Autonomen Region Friaul-Julisch Venetien (Provinz Udine) eingegliedert werden soll. Von den knapp 1200 Wahlberechtigten, stimmten 75 % ab, wovon sich wiederum 95 % für den Provinzwechsel aussprachen. Sowohl von Friaul-Julisch-Venetien (2010) als auch von Venetien (2012) gab es grünes Licht für den Wechsel. Der entsprechende Gesetzesentwurf wurde dem römischen Parlament im Jahr 2013 vorgelegt. Die Klärung finanzieller Fragen spielte in der Zwischenzeit eine wichtige Rolle. Im November 2017 stimmte die Abgeordnetenkammer in Rom der Eingliederung in die Autonome Region Friaul-Julisch Venetien (Provinz Udine) schließlich zu. Laut dem Gesetz vom 5. Dezember 2017 n. 182 wurde die Gemeinde zum 16. Dezember 2017 der Region Friaul-Julisch Venetien eingegliedert.“
(aus dem Wikipedia Artikel)
Fährt man durch diese Kleinstadt fallen einem auch die deutschen Namen der Einzelhandelsgeschäfte auf. Die folgenden Bilder sind auf einem Parkplatz nach Sappada entstanden.
Plodn ist umgeben von den Dolomiten. Die berühmten drei Zinnen sind nicht weit entfernt.
Die Landschaft ist wirklich toll. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Ideal also zum offen fahren bei schönem Wetter. Auch mit dem Motorrad bin ich schon wiederholt diese Strecke nach Kroatien gefahren.
Mein nächster Halt war in San Stefano di Cadore. Dort legte ich eine Pause ein um eine typisches italienische Zwischenmahlzeit zu genießen. Ich kaufte mir in einem Lebensmittelladen ein Panini und ließ es mit Mortadella belegen. Ein Panini ist ein italienisches kleines Weißbrot etwa doppelt so groß wie unsere Semmel. Dazu ein kaltes Radler. Das war bei dieser Hitze gerade das richtige.
In San Stefano di Cadore geht es noch richtig gemütlich zu. Im Lebensmittelladen kann man auswählen, wie das Panini belegt werden soll. Auch kommen Schüler und Handwerker zur Mittagszeit in den Laden und lassen sich eine individuelle Mittagsmahlzeit zusammenstellen.
Nun geht es weiter auf der SS 52 über den Kreuzbergpass bis ins Pustertal. Irgendwo direkt an der Straße befindet sich dieser Wasserfall.
Eingangs habe ich ja bereits erwähnt, dass ich nicht nur einen sonnigen, sondern auch einen heißen Tag für die Heimfahrt erwischt habe. Der Kreuzberg Pass ist etwas über 1600 m hoch. Die niedrigste Temperatur betrug auf der Passhöhe 24 °C an diesem Tag. Ich konnte also weiterhin bis nach Hause mit geöffneten Verdeck fahren.
Blick in Sexten zurück auf die Dolomiten.
Kurz darauf ist man in Innichen. Auch von hier aus hat man einen Blick auf die Dolomiten. In Innnichen mündet die Straße SS 52 in die SS 49. Das ist die Straße durch das Pustertal bis Lienz in Osttirol. Die SS 49 ist meist sehr stark befahren. Mittlerweile gibt es aber fast ausschließlich Umgehungsstraßen, so dass man zwar langsamer vorankommt, dafür aber Stauungen weitgehend entfallen.
Die weitere Heimfahrt verlief unspektakulär. In Franzensfeste fuhr ich nach Jahren mal wieder auf die Brenner Autobahn in Richtung Österreich. In Italien bezahlt man 2,90 € Maut in Sterzing. Obwohl alle Mautstellen offen waren dauert die Abfertigung etwas. Mancher sucht halt sein Kleingeld heraus und mancher Autofahrer wundert sich, dass man hier Maut entrichten muss.
Die Brenner Sondermaut beträgt elf Euro. Dies finde ich etwas viel, vor allem deshalb, weil die Brenner Sondermaut ja nur bis zur Anschlussstelle Schönberg im Stubaital zu entrichten ist und auf der Autobahn eine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt. Dazu gibt es dort seit Jahren immer Baustellen. Danach ist die Vignette fällig.
Der Teil des Brennerpasses der dadurch umgangen wird ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Es sind lediglich drei oder vier Ortsdurchfahrten zu meistern. Anspruchsvoller wird es erst ab Schönberg, wo Geschwindigkeitsbeschränkungen und viele Kurven bis Innsbruck vorhanden sind. Ich bin allerdings über Axams und den Zirler Berg und Garmisch-Partenkirchen nach Hause gefahren. Am Zirler Berg ist derzeit eine Baustelle, die wohl noch viele Wochen den Verkehr behindert.
Natürlich war das nicht die schnellste Strecke um nach Hause zu kommen, dafür eine landschaftlich sehr attraktive. Alle paar Jahre wähle ich diese Variante, sind es doch nur um die 650 km von mir zuhause bis nach Liznjan bei Pula.
Jürgen