Nicht weit weg vom Fluss Etsch und am Eingang zum Nonstal liegt der Ort Mezzocorona. Unser eigentliches Ziel war die Seilbahn, die uns auf etwa 900 m Höhe bringen sollte. Oberhalb der Kleinstadt liegt eine Hochebene die ganzjährig bewohnt ist. Hier hinauf führt auch eine Straße, die jedoch nur von Anwohnern befahren werden darf. Alle anderen müssen wohl oder übel die Seilbahn nehmen. Zu Fuß kommt man nicht nach oben, weil zwischen der Hochebene und Mezzocorona eine unüberwindbare Felswand liegt.
Will man an einem Wochenende so wie wir dort hinauf, gibt es zwar einen kleinen Parkplatz direkt an der Talstation der Seilbahn. Der ist jedoch sehr schnell komplett belegt. Allerdings befindet sich ein Grossparkplatz der normalerweise wochentags für die Angestellten einer Glasfabrik dient am Ortsrand. Von dort aus fährt ein Shuttle Bus bis zur Talstation. Deshalb haben wir unseren PKW am Großparkplatz abgestellt und den Bus bis zur Talstation genommen.
Bei unserer Ankunft an diesem Parkplatz lief der Motor des Kleinbusses. Dies wohl wegen der eingeschalteten Klimaanlage. Weil außer uns lediglich ein weiteres Fahrzeug an diesem Parkplatz geparkt war und anscheinend nicht mit großem Andrang an diesem Samstag zu rechnen war gab uns der Fahrer zu verstehen, dass wir gleich einsteigen sollen. Und tatsächlich ging es sofort los. Ein Zwischenstopp wurde am örtlichen Bahnhof eingelegt wo weitere Fahrgäste zustiegen. Endhaltestelle war dann die Talstation der Seilbahn.
In unserer Trentino Gäste Karte war auch die Benutzung dieser Seilbahn enthalten. Der Bedienstete der Seilbahn scannte den QR-Code auf meinem Handy und schon durften wir in die kleine Kabine einsteigen.
Anscheinend gibt es auch Menschen, die den Weg nach oben als eine Art sportliche Herausforderung sehen.
Blick durchs Fenster der Kabine.
Erster Blick ins Tal nach dem Aussteigen an der Bergstation.
Das ist eine der beiden Gondeln, die sich etwa auf halbem Weg begegnen. Wer nun meint, dass diese Seilbahn etwas altertümlich sei dem zeige ich nun das Vorgänger Modell. Wenige 100 m entfernt befindet sich die alte Station einer Seilbahn wie sie zu früheren Zeiten von den Bewohnern genutzt wurde um hier auf das Hochplateau zu gelangen.
Heute würde man wohl so eine Gondel als Cabrio bezeichnen.
Sicherlich hat sich damals nicht jeder in diese offene Wanne gewagt.
Unser nächstes Ziel auf diesem Hochplateau war der Skywalk. So etwas habe ich nun schon an mehreren Bergen in Europa gesehen. Das spektakuläre dabei ist, dass eine Stahlkonstruktion oberhalb einer Felswand gebaut wird und man dazu einen begehbaren Glasboden installiert. Der Nervenkitzel mehrere 100 m über dem Abgrund zu stehen lockt wohl viele Touristen an. Der Skywalk auf dem Königsberg ist übrigens ohne Eintritt entrichten zu müssen für jedermann 24 Stunden täglich begehbar.
Die Gattin genießt den Ausblick in die Ferne.
Aber auch der junge Mann hat keine Angst vor dem Abgrund. Er legt sich sogar auf den Glasboden, um vielleicht das Tal noch besser sehen zu können.
Dort unten ist das Etschtal.
Der Weg zurück zur Bergstation ist recht kurz. Neben dieser befindet sich auch dieser Getränkestand.
Wir wählen jedoch die knapp halbstündige Wanderung von hier aus zur Fußgänger Hängebrücke. Die Wege sind alle gut beschildert. Auch ein Absturz ist praktisch ausgeschlossen wenn man auf den markierten Wegen bleibt.
Auf dieser Aufnahme ist gut zu erkennen, dass es nach dieser Hochebene noch weitere Berge gibt die der bergerfahrene Wanderer oder Kletterer begehen kann. Für uns ist das nichts.
Die Wege, die wir auf diesem Plateau absolvieren sind für fast jeden machbar.
Schließlich liegt die Ponte Sospeso vor uns.
Ich kenne solche Hängebrücken der selben Bauart vom Illertal und vom Lechtal.
Wir überqueren die Schlucht auf dieser Brücke.
Sapperlot! Da geht es ganz schön weit hinunter.
Blick in die andere Richtung des Taleinschnitts
Ansichten von der anderen Seite
Wir beschließen, auf der anderen Seite dieses Einschnitts, den etwas breiteren Weg zurück zur Bergstation zu nehmen. Die Tafel zeigt uns, dass dieser breite Weg anscheinend die Zufahrtstrasse für die Häuser auf der Hochebene ist.
Nur ein kurzes Wegstück ist hier gepflastert.
Ansonsten schaut die Schotterstraße so aus. Gut, dass anscheinend hier nicht allzu viel Verkehr herrscht. Wehe man muss rückwärts rangieren um Gegenverkehr auszuweichen.
Blick in die Schlucht, wo noch mal die Fußgängerbrücke zu sehen ist.
Auf diesem Weg hatten wir eine tierische Begegnung, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Die Äskulapnatter hatte vermutlich unter der Erde einen Maulwurf erbeutet und dabei erwürgt und versuchte nun die Beute zu verschlingen. Meines Wissens kann sie dazu das Kiefer aushängen und auch Beutetiere die grösser und breiter als sie sind fressen.
Erstaunlich wie nahe ich an das Tier herankam.
Weder hatte ich Angst vor der Schlange noch sie vor mir.
Der Maulwurf war nur zum kleinen Teil im Schlund der Schlange.
Irgendwann gab sie auf weil sie wohl erkannte, dass diese Beute wohl doch nicht zu packen ist.
Also Maulwurf wieder ausgespuckt und erst mal die Lage checken.
Zuerst wird gezüngelt, also mit der Zunge gerochen wohl ob „die Luft rein ist“ und dann ab durch die Mitte.
Ich glaube, dass man so einem Ereignis nicht zwei mal im Leben beiwohnen kann.
Fortsetzung folgt…
Jürgen