Am letzten Sonntag waren wir wieder einmal mit unseren Enkeln unterwegs. Das Ziel waren die beiden Burgruine Eisenberg und Hohenfreyberg im südlichen Ostallgäu. Wir starten beim Weiler Lieben. Dort ist vor kurzem ein kompletter Bauernhof abgebrannt. Im Vordergrund erkennt man auf einer Wiese das ausgebreitete Heu. Das wurde deshalb hier großflächig verteilt, um eine Selbstentzündung zu verhindern.
Anfangs geht es auf einem Feldweg relativ bequem voran.
Der Großteil des Weges führt durch den Wald.
Da ist es klar, dass jetzt im Oktober dort auch die Pilze wachsen.
Nach einer Dreiviertelstunde haben wir in der hügeligen Landschaft das Drachenköpfle erreicht. Hier ist erst mal eine gemeinsame Brotzeit angesagt.
Das hier ist kein Gipfelkreuz, sondern ein Kreuz zum Gedenken der Opfer der beiden Weltkriege.
Zwischen den Wäldern gibt es immer wieder Abschnitte mit Wiesen die mehr oder weniger Weitblicke erlauben.
Der horizontale Strich in der Landschaft ist die Autobahn A7.
Die beiden Burgruinen kann man eigentlich erst relativ spät sehen. Anders wäre es, wenn man von Süden her die Wanderung dorthin unternimmt.
Wir erreichen die Schlossbergalpe auf der anscheinend an diesem Sonntag bei Traumwetter jeder Platz besetzt ist. Dies auch deshalb, weil es eine schmale Strasse hierher gibt.
Zur Einkehr wäre die Schlossbergalpe für uns eh ungeeignet. Dies deshalb, weil hier das Bier der Aktienbrauerei Kaufbeuren ausgeschenkt wird. Das ist meiner Meinung nicht unbedingt das Beste. Noch dazu ist die Aktienmehrheit in US amerikanischen Besitz. In solchen Dingen sind Allgäuer manchmal sensibel.
Möchte vielleicht jemand diesen alten Anhänger kaufen? Bei Interesse einfach bei der Alpe melden.
Nach 15 Minuten sind wir an der ersten Ruine mit dem Namen Eisenberg angelangt.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass diese beiden Burgruinen zu meiner Jugendzeit, das ist jetzt mittlerweile ein halbes Jahrhundert her, ziemlich eingewachsen waren. Der Schulausflug und eine Wanderung mit der Familie hierher gehörten zum jährlichen Programm. Damals kam man noch nicht soweit in der Gegend herum wie heute. Für uns waren in diesem Fall die Ruinen der Abenteuerspielplatz schlechthin. Heute sind die alten Gemäuer gesichert und für jedermann zugänglich.
Meine drei Mitwanderer
Auch nach so langer Zeit haben meine Enkel eine große Freude beim herumkraxeln über das Gemäuer.
Westlich von Eisenberg befindet sich die Ruine Hohenfreyberg die man von der ersten Ruine aus sehr gut im Blick hat.
So machen wir uns auf dem Weg zur zweiten Burgruine.
Die ist aus meiner Sicht noch etwas besser erhalten als die erste.
Auch nach Jahrhunderten ist die Burg noch in Familienbesitz.
Zur Geschichte der beiden Burgen möchte ich auch ein paar Worte sagen. Über Jahrhunderte hinweg wurden die Anlagen immer wieder ausgebaut. Dieser Teil des Ostallgäus gehörte zeitweise zum Land Tirol. Während des 30-jährigen Krieges wurden die beiden Burgen und das benachbarte Falkenstein von den Besitzern zerstört. Dies deshalb, weil man befürchtete, das schwedisches Militär die Gegend besetzen und von den Burgen ausplündern würde. Solche Burgen waren ein sicherer Rückzugsort für denjenigen, dem sie als Schutz dienten. Tatsächlich haben es sich die schwedischen Generäle dann anders überlegt und das Allgäu zumindest in dieser Gegend verschont.
So wie hier schematisch dargestellt, hat man früher wohl diese Burg errichtet.
Einer meiner Enkel hat doch tatsächlich einen Weg gefunden um aus diesem Loch im Turm heraus zu schauen.
Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Rückweg. Weil ich nun nördlich um die Ruine Eisenberg herum ging entdeckte ich etwas besonderes im Wald.
Nach gründlicher Recherche zu Hause wusste ich um was für eine Art von Stein es sich hier handelt.
Seit 1582 steht dieser Stein hier. Kaum zu glauben. Das ist ein so genannter Malefizstein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Malefizsteine_(Hohenfreyberg)
Nicht allzu weit entfernt, befindet sich eine neue Gedenkstätte. Hier kam vor 20 Jahren jemand bei Waldarbeiten ums Leben.
Unser Enkel Alex entdeckte dann noch eine Kröte in der Wiese. Nachdem er sie auf die Hand genommen hat stellte er fest, dass das Tier wohl schon eine Weile tot war und unangenehm roch. Aber auch solche Erfahrungen gehören für Kinder auf dem Land dazu.
Für alle, die mehr über diese beiden Burgruinen wissen wollen habe hier noch zwei Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Eisenberg_(Bayern)

Natürlich sind wir im Anschluss mit den Kids auch noch eingekehrt. Nach einer dreieinhalbstündigen Wanderung haben wir uns diese Einkehr auch verdient. Das noch dazu auf dem Rückweg in Kaufbeuren wo es nicht nur das Bier der Aktienbrauerei gibt. Das Zoigl war unser Ziel.
Jürgen