Auf der höchsten Erhebung haben die Sieneser ihre Cattedrale di Santa Maria Assunta errichtet.
Der Dom wurde zu Beginn des XIII. Jh. begonnen und in der jetzigen Größe im XIV. Jh. fertiggestellt.
Als Baumeister waren hauptsächlich Nicola Pisano und dessen Sohn Giovanni neben vielen weiteren Künstlern tätig.
Vom Il Campo über die Via di Città herauf kommend, gelangten wir zur Via d. Castoro und erblickten durch ein Seitentor in einer hohen Fassade den Glockenturm des Doms.
Ein Blick auf die mächtige Kuppel blieb uns wegen Restaurierungsarbeiten verwehrt. Der gotische Dom wurde aus weißem und schwarzem Marmor erbaut. Aus diesen beiden Farben besteht auch das Sieneser Stadtwappen. Gespannt gingen wir weiter über den Domplatz in Richtung Westportal.
Beim Anblick der Westfassade wurden wir eher an große französische Sakralbauwerke erinnert. An beiden Seiten der Domtreppe ragen Säulen der Wölfin mit Remus’ Söhnen „Senius und Aschinus“ empor.
Die Fassade mit etlichen Skulpturen, Säulen und der Liebe zum Detail wirkt sehr beeindruckend. Der Sieneser Dom gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir fragten uns, wie das Bauwerk wohl von innen aussehen würde. Welchen Eindruck würden wir gewinnen?
Wir konnten den Dom mit unserer Reiseleiterin zum Gruppenpreis von 3,00 €/Person besichtigen und waren vom Inneren des Doms überwältigt.
Durch den Eingang des linken „nördlichen“ Seitenschiffs betraten wir den Dom und wurden gleich von den Mosaiken im Fußboden in den Bann gezogen. Viele frei sichtbare Mosaike sind mit Kordeln eingezäunt. Die Hauptwege mit darunter liegenden Mosaiken sind zum Teil mit Kartonagen abgedeckt.
Die in der Kirche angebrachten Strahler ermöglichen manchmal nicht den optimalen Fotostandpunkt, da sich die Lichtstrahlen teilweise wie ein Brennstrahl in der Kameraoptik bündeln. In der Kirche durften wir nach Aussage der Reiseleiterin ohne Blitz fotografieren, was ich reichlich nutzte.
_Mittelschiff _ostwärts
_ westwärts
Vom Mittelschiff aus versuchte ich die zwei Rundfenster an den Stirnwänden festzuhalten.
_Westseite
_Ostseite
Dieses Fenster entwarf Duccio und ist eine Kopie. Das Original befindet sich im Sieneser Dommuseum. Es zeigt Motive zum Tod, Himmelfahrt und der Krönung.
Im nördlichen Seitenschiff liegt die Libreria Piccolomini,
welche Piccolomini (später Papst Pius III.) für seinen Onkel Papst Pius II. ausstatten lies. Dort befinden sich wertvolle Handschriften des Papstes Pius II.
Nicola Pisano erbaute mit seinem Sohn auch die sehenswerte Kanzel.
In der Kirche gab es noch zahlreiche weitere detailreiche Ausstattungen und Nebenräume,
welche ich in diesem Beitrag nicht alle zeigen kann.
Die Sieneser planten einen noch größeren Dombau - den neuen Dom „Duomo Nuovo“. Die heutige Kathedrale sollte dabei nur noch ein Querschiff sein. Jedoch verhinderte zur Blütezeit Sienas die Pest den Weiterbau und statische Gründe werden auch genannt. Das bauliche Ziel war von der Größe her ein Gegenstück zu Alt Sankt Peter in Rom zu schaffen.
Bei unserem ersten Blick zum Dom (1. Foto) betraten wir den heutigen Domplatz folglich durch die Südwand des erweiterten Dombaus. Zu dieser Fassade kann man aufsteigen und von oben die Aussicht über die Dächer der Stadt werfen.
Man erkennt heute noch die Seitenschiffarkaden des begonnenen Bauwerks, die im Laufe der Jahre für andere Gebäude zugemauert wurden.
Zum Osten hin entstand das Dommuseum und im Westen die Präfektur.
Dieser Fiat Oldtimer war auf dem Domplatz unterwegs zur Präfektur.
Die Sieneser Cattedrale di Santa Maria Assunta ist der beeindruckendste Kirchbau, den ich je gesehen habe. Wer in der Gegend weilt, sollte sich unbedingt Zeit zur Besichtigung nehmen.
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Autor und Fotos: HMV
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