Nun führte uns die Reise also nach Johannisburg. Auch die Stadt des Goldes genannt.
Für uns der Endbahnhof und Heimreisemöglichkeit vom dortigen Flughafen International.
Johannisburg ist Südafrikas größte Stadt, entstand innerhalb weniger Jahre, kurz nachdem man 1886 die Goldfelder des Witwatersrand entdeckt hatte.
Heute ist die Stadt internationaler Verkehrsknotenpunkt, Zentrum des Handels, der Finanzwelt und des südafrikanischen Bergbaues.
Das Hauptaugenmerk der Reiseleitung galt aber weniger dieser umtriebigen Stadt, die zudem hochgradig gefährlich war, sondern man legte mehr Wert auf das geschichtlich beeinträchtigten Soweto, dem Besuch von Pretoria und dem nahe gelegenen geschichtlich herausragenden Voortrekkerdenkmal.
Bevor wir direkt Soweto ( South Western Township ) besuchten,
zeigte man uns auf einer Anhöhe vor der erschreckenden Siedlung das damalige Privathaus von Winni Mandela.
All zu viel gab es nicht zu sehen. Aber ein Komfort war unübersehbar.
Und dies war der Privatbesitz von Nelson Mandela
Es gab ja auch hier eine Trennung von arm und reich.
In den Vierteln der Wohlhabenderen – von Soweto Bewohnern süffisant als „Beverly Hills“ bezeichnet, sind die Häuser geräumiger, solider und moderner ausgestattet.
Und dahinter verbarg sich die Villa vom damaligen Erzbischof Desmod Tutu.
Im krassen Gegensatz dazu dann die Besichtigung von Soweto. Es ist ohnehin die einzige Möglichkeit im Rahmen einer kontrollierten Besichtigungsfahrt dieses Elend zu sehen. Zugfahrten nach Soweto sollten tunlichst unterlassen werden. Dazu hat es zu viele , auch in jüngerer Vergangenheit Überfälle und Morde gegeben. Auch Mietwagenfahrten sollten unterlassen werden.
Wir wurden ja wenigstens nur mit Steinchen beworfen.
Kein Wunder, wenn man dies sieht, was ja auch auf die Auswirkungen der Apartheid zurückzuführen ist.
Soweto ist längst kein Provisorium mehr, sondern eine reguläre Stadt , verteilt auf 95 Quadratkilometern, mit 2 Mill. Einwohnern. Heute wird Soweto offiziell als Johannisburg genannt.
Einige der bedrückensten Slumgebiete hat man inzwischen im Rahmen von Stadtentwicklungsplänen saniert, aber immer noch existieren Gegenden, wo grundlegende infrastrukturelle und sanitäre Maßnahmen umgehend fällig wären.
Am Ende der Besichtigung zeigte man uns einen geschichtlich, unheilvollen Platz.
Hier steht das Denkmal vom 16. Juni 1976, als Schüler- und Studentenproteste gegen die Regierung rd. 500 Opfer forderten. Sie wurden gnadenlos niedergemäht.
Man verstand das aber später immer als Symbol gegen die verheerende Apartheidpolitik.
Nach ein paar Fahrten durch Straßenzüge von Johannisburg
vorbei an der ehemaligen Formel 1 Rennstr. Kyalami näherten wir uns Pretoria, Afrikas Verwaltungshauptstadt mit 632 Quadratkilometern und rd. 1 Mill. Einwohner .
Sechs Kilometer vor der Stadt Pretoria besichtigten wir Südafrikas bekannteste Gedenkstätte, das monumentale Voortrekker Denkmal, in den Augen vieler Afrikaander einer Art nationales Heiligtum.
Es erinnert an die Pioniere, die vom Kapland aus das Innere Südafrikas erschlossen haben. Der Grundstein für den massiven 40 m hohen Granitbau wurde 1938 gelegt.
In der Heldenhalle wird der Große Trek auf 27 Marmorreliefs wieder lebendig.
Auf der Autobahn nach Pretoria
Das Union Buildings, Sitz der Regierung.( 1913 errichtet)
Hier wurde auch im Mai 1994 der erste schwarze Präsident, Nelson Mandela, vereidigt.
Mit Ausblick von der Terrasse auf die Innenstadt und ein Motiv von einer Hochzeit.
Die City Hall
In der Stadt
Im Anschluss daran fuhren wir zum Wohnort unseres Busfahrers.(Gebürtiger Hannoveraner).
Höchst interessant ist dabei, wie mehrfach geschützt man dort wohnen muss.
Die Einfahrt in die Siedlung ist mit einer hohen Mauer umgeben und nur nach eintippen eines Codes möglich. Das Haus selbst (wie jedes andere auch) ist wiederum durch eine Mauer geschützt.
Ein Kommentar dazu würde zu weitreichenden Gedanken eines sozialen Friedens führen.
Abschließend befuhren wir den Autobahnring um und durch Johannisburg und kamen gegen Abend zu unserem abgestellten Zug am Ende unserer sehenswerten und erlebnisreichen Reise an.
Vielleicht hat sich der riesige Aufwand gelohnt und einige können sich ein kleines Bild von diesem grandiosen und geschichtsträchtigen Land, mit zum Teil noch vielen offenen Wunden, machen.
Wer es bis hierher geschafft hat,
ein großes Dankeschön , auf Afrikaans: dankie, auf Zulu: Ngiyabong.
auf Wiedersehen , Afrikaans: Tot siens, Zulu: Salakahle
Mit diesen Zungenbrechern beschließe ich die Reise
euer wallbergler