Nachdem wir am Ostersonntag zunächst mit Reiseleitung Nàpoli besichtigt hatten, stand am Nachmittag der Besuch des Königsschlosses Caserta an.
Gegen 14:15 Uhr trafen wir vor Ort ein und hatten uns bis 16:30 Uhr wieder am Bus einzufinden.
Königsschloss Caserta mit Schlosspark
UNESCO-Weltkulturerbe seit 1997
Wer sich nicht für dieses Weltkulturerbe interessierte, hätte die Möglichkeit zu einem Bummel durch die Stadt Caserta gehabt.
ZitatDer Architekt Luigi Vanvitelli erhielt Mitte des 18. Jh. durch Karl III. von Bourbon den Auftrag beim Ort La Torre ein Königsschloss mit Parkanlage zu erstellen, welches die Ausmaße und dem Prunk der Vorbilder Versailles und Potsdam entsprechen sollte. Nach 25 jähriger Bauzeit durch Vanvitelli übernahm sein Sohn Carlo 1773 weitere Arbeiten. Er änderte den Entwurf geringfügig ab. Karl III. von Bourbon konnte aber die Vollendung nicht mehr sehen, da er auf den spanischen Thron berufen wurde. Den Palast bewohnte anschließend König Ferdinand IV. von Bourbon.
Die Reiseleiterin ging mit uns noch zur Kasse und zeigte der Gruppe die öffentlichen Toiletten.
Es bot sich die Möglichkeit nur die Parkanlage des Königsschloss zu besichtigen oder ein Kombiticket für den Palazzo und Park zu erwerben. Pensionäre mit einem Mindestalter von 65 Jahren müssen nur ihren Personalausweis vorlegen und erhalten kostenlose Eintrittskarten. Alle weiteren Besucher bezahlen Eintritt. Aus Zeitgründen schlossen wir eine Besichtigung des Palasts aus und erwarben nur Eintrittskarten für den Schlosspark – 3 €/Person.
Der Palastzugang über die Großen Ehrentreppe ließ vermuten,
dass der Palazzo wohl sehenswert sein dürfte. Dieses wurde uns später von anderen Mitreisenden bestätigt.
Statue im Palastdurchgang gegenüber dem Aufgang "Große Ehrentreppe".
Schlosspark
Die blaue 1 kennzeichnet die Lage des Königsschloss.
Direkt am Ende des Palastdurchgangs besteht die Möglichkeit mit einem Elektrobus für einen € zum Parkende zu fahren.
Als wir unser Parkticket erworben hatten, standen dort nur 2 Busse an der Steckdose (1-E-Bus) und es war weit und breit kein weiterer Bus zu sehen.
Vielleicht 200 m weiter am Querweg hätte man sich mit einer Pferdekutsche ans Parkende bringen lassen können,
jedoch Kosten in Höhe von 50 € standen nicht im Verhältnis.
Somit beschlossen wir in kleiner Gruppe bis zum Parkende bei der großen Kaskade (11) zu Fuß zu gehen.
Anfang des Weges gingen wir durch den weiträumig angelegten Parco Reale. (2) führte.
Wenig später erreichten wir den ersten von sechs Brunnen entlang der Parkpromenade , welche sich in einer Linie vom Königspalast bis zum Wasserfall erstreckt. Der Fontana Margherita (5) ist eher schlicht gehalten. Der runde Brunnen hat nur eine Fontäne in der Mitte.
Als Abschluss des großangelegten schlichten Parco Reale passt er sich sehr gut der Natur an. Dahinter führen Rampen leicht aufwärts und es beginnt eine bühnenreife Gesamtdarstellung in der sich die nachfolgenden Wasserbecken und Brunnenanlagen steigern.
Bevor wir unseren Weg weiter fortsetzten, nutzten wir von der Herculesbrücke oberhalb des Brunnens einen Blick zurück zum Königsschloss,
Ausblick von der Herculesbrücke oberhalb vom Brunnen Fontana Margherita zum Königspalast
bevor wir den Ausblick über das untere Wasserbecken (6) in Richtung Wasserfall schweifen ließen.
Das Wasserbecken misst eine Länge von 470 m, ist 27 m breit und 3 m tief.
In diesem Wasserbecken tummelten sich kleine und große Fische.
Früher schon sorgte der Fischbestand als Quelle für die königliche Küche.
Am nördlichen Ende des Wasserbeckens befindet sich die Fontana dei Delfini (Delfinbrunnen) (7) geschaffen von Gaetano Salomone 1776-1779. Als König Ferdinand IV. den Brunnen sah, war er von dem Werk so begeistert , dass er ein großes Fest gab.
Die Skulpturengruppe stellt in der Mitte ein Seemonster mit Delfingesicht und Füßen dar. Zu beiden Seiten wird ein Delfin dargestellt. Die Kehlen der Tiere übergeben das Wasser in das untere Wasserbecken.
Oberhalb des Brunnens schließt sich eine langgezogene Grünfläche an, die fast so lang wie zuvor das Wasserbecken ist,
bevor man um den Fontana di Eolo (Brunnen des Äolus) (8) von beiden Seiten aufwärts gehen kann.
ZitatDieser Brunnen ist dem König der Winde Äolus gewidmet. Er soll auf Befehl Junos die Winde gegen Äenas und die Trojaner gerichtet haben und weg von Italien gehalten haben.
An dieser Brunnenanlage wurden die meisten Skulpturengruppen von mehreren Baumeistern geschaffen.
Das mittlere Wasserbecken läuft in die Fontana di Eolo über.
Am Ende des mittleren Wasserbassins erblickt man unterhalb der nächsten Brunnenanlage kaskadenförmige Wasserstufen.
Auch in diesem Wasserbecken schwammen wieder Fische und auf der anderen Bassinseite kam uns ein Elektrobus entgegen.
Rechts hinter der Hecke beginnt der Englische Garten (13), der sich bis hinten zum Wasserfall zieht. Wir hatten bei unserer Besichtigung keine Zeit mehr um durch ihn zu bummeln.
Wir strebten weiter entlang dem mittleren Becken dem Wasserfall am Parkende zu
und erreichten die Fontana di Cerere (Ceres-Brunnen) (9) am Bassinende.
Auf dem Weg zum oberen Brunnen richteten wir unseren Blick mal wieder rückwärts und inzwischen immer häufiger auf die Uhr.
Nun standen wir vor dem Oberen Wasserbecken bestehend aus zahlreichen kleinen Kaskaden und blickten auf die dahinter liegende große Kaskade.
Wir hatten den Brunnen am Oberen Bassin erreicht als unser Blick über die kleinen Kaskaden zurück ging.
Inzwischen hatten wir es 15:30 Uhr und waren schon etwas mehr als die Hälfte unserer Freizeit unterwegs, jedoch waren es immer noch einige Meter bis zur Großen Kaskade - einem Wasserfall.
Dafür lag jetzt der Fontana di Venere e Adone (Brunnen der Venus und Adonis) (10) vor uns.
Nun waren es nur noch wenige Meter und ein paar Treppenstufen empor und die letzte Brunnenanlage Fontana Diana e Atteone (11) mit der sich darin ergießenden Cascata Grande (Große Kaskade) (12) lag vor uns. Wir hatten unser Minimalziel erreicht, da beidseitig der Wasserfallkaskade Wege nach oben führen.
links: Skulptur Atteone
rechts: Skulptur Diana
Etwas weiter rechts liegt der Eingang zum Englischen Garten (13).
Cascata Grande
Wir hätten nun noch seitlich der Großen Kaskade weiter gehen können, müssten dann zwingend mit einem Elektrobus retour fahren.
Wir sahen jedoch die Schlange der Wartenden und waren skeptisch ob wir dann wirklich rechtzeitig unseren Bus zur Abfahrt ins Hotel erreicht hätten. Es war 15:35 Uhr und somit machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg, welchen wir auf diesem Foto im Blick hatten.
In 55 Minuten war er zu schaffen, wenn man auf weitere Fotostopps verzichtete
und die Abstecher zum großen Bassin (4) und dem Castelluccia (3) (Pavillon) ausließ.
Gut 5 Minuten vor der Abfahrt saßen wir im Bus und hatten es nicht bereut beide Wege zu Fuß gegangen zu sein. Wir konnten so viel mehr Eindrücke wahrnehmen und auf den Chips festhalten.
Man hätte dort viel mehr Zeit verbringen können ohne das es einem langweilig geworden wäre. Es hätte sich sicherlich auch gelohnt so manche Brunnenanlagen genauer in Augenschein zu nehmen und auf die Details zu achten. Einschließlich einer Palastbesichtigung dürfte ein Besuch von Caserta tagesfüllend werden.
Unsere Reiseleiterin berichtete uns, dass es heute am Ostersonntag in Rom regnete. Auf der Fahrt zurück ins Hotel bekam der Bus auch ein paar Regentropfen ab. Somit konnte ich das Teilstück der Via Appia mit Schirmpinienbepflanzung (O-Ton der Reiseleiterin Grazia) nur gesprenkelt aufnehmen.
Mehr über die gesamte Leitner Reise an den Golf von Neapel & Rom gibts hier zu lesen.