Seit ca. 16 Monaten warten auch die Koblenzer Bürger (besonders die Radfahrer und Fußgänger) auf die Eröffnung der Fischwechselanlage (Fischtreppe) an der Moselstaustufe.
Hier ist zu erkennen, wo die Anlage zur Zeit gebaut wird.
Den Ersten Spatenstich für diese Maßnahme hat Frau Staatsministerin Margit Conrad
(Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz) am 14.04.2010 vorgenommen.
Ehrgeiziges Ziel war es, die Bauarbeiten bis zur BuGa 2011 fertig zu stellen, so dass das Besucherzentrum dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.
Leider konnte dieser Termin nicht eingehalten werden, und so wie es aussieht, wird wohl die Eröffnung eher mit der Schließung der BuGa zusammenfallen.
Mittlerweile sind aber die großen Baukräne abgebaut, und die Arbeiten am umliegenden Gelände beginnen.
Auch die Fassadenarbeiten (hier die Seite zum Rauental) machen große Fortschritte.
Zur Moselseite hin stehen noch Gerüste, aber es ist zu erkennen dass die Baumaßnahmen auch hier dem Ende zugehen.
Hier der Fisch-Einstieg, an dem eine Lockströmung erzeugt werden muss, damit er von den Fischen gegen die konkurrierende Strömung des Kraftwerksauslaufes wahrgenommen werden kann.
Für diese Lockströmung ist eine Wassermenge von rund 5.000 l/s erforderlich. Im Fischpass (Fischtreppe) selbst werden dagegen nur 700 l/s benötigt. Der verbleibende Unterschied wird von der RWE durch eine entsprechende Turbine energietechnisch genutzt. Einen Teil der gewonnenen Energie wird zur Betreibung des Besucherzentrums genutzt, ebenso die Wärme die bei der Energiegewinnung entsteht. Somit kann das Besucherzentrum relativ Energieautar betrieben werden.
Der vorhandene Höhenunterschied des Wasserspiegels zwischen Ober – und Unterwasser der Staustufe beträgt ca. 6,5 Meter (je nach Wasserstand). Die Fische schwimmen nun von Betonbecken zu Betonbecken langsam nach oben.
Die Höhendifferenz zwischen den einzelnen Becken beträgt jeweils 15 cm . Um die gesamte Höhe zu überwinden ergibt die Aneinanderreihung der Becken eine Gesamtlänge von rund 200 Metern. (der sog. Beckenpass)
Das Gebäude dient aber nicht nur den Besuchern, auch die Fischexperten können für das sog. Monitoring ( Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel ) und zur künstlichen Vermehrung Fische gezielt auswählen und herausnehmen.
Da auch an der letzten deutschen Mosel-Staustufe in Trier ein ähnliches Zentrum gebaut wird, können Rückschlüsse auf die Wandergewohnheiten der verschiedenen Fischarten in der Mosel gewonnen werden.
Natürlich werden auch die notwendigen Fischwechselanlagen an den anderen Moselstaustufen errichtet. (Fischauf- und –abstieg)
Festgehalten wurde dies Projekt in einer Vereinbarung zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Bundesrepublik Deutschland (Wasser- und Schifffahrtsdirektion ) vom 16.02.2009.
Die Baukosten für die Gesamtanlage in Koblenz wurden mit 5,5 Millionen Euro angegeben, davon entfallen auf das Besucherzentrum einschließlich der Ausstellungseinrichtungen rd. 700.000 Euro und auf die technischen Anlagen für das Fischmonitoring rd. 200.000 Euro.
Ich frage mich nur, wer diesen gefiederten Fischräubern von der Fischtreppe erzählt hat, dass sie sich schon so zahlreich dort versammelt haben.
Gruß
Jojo