Liebe Foris,
da sitz ich nun ich armer Tor, und schreib, und schreib, wie nie zuvor.
(schon mal so abgewandelt, dass niemand auf den Gedanken kommt, ich will mich einem der bedeutendsten Schriftsteller annähern, lach)
Anlass für diese Zeilen ist die herrlich scherzhafte Vorgabe von Dieter, hier einen 24 Teiler einzustellen.
Da hätte ich ja eine Tagesbilanz machen müssen. Ich hege aber große Zweifel, ob z.B. selbst nach ausreichendem Studium fachkundig unterlegte Ausführungen über das nicht berechenbare Kieselverhalten eines in der Sonne glitzernden Strand Abschnittes an einem genussvollen Badetag jemand vom Sitz reißen würde, lach, purzel, lach!
So begnüge ich mich mit nun absehbaren 14 Teilen ( es galt in möglichst kurzer Zeit meine Erinnerungen fest zu halten, da ich Abends zu keinerlei Notizen mehr fähig war, sondern mich dem Genusse hingab) um eure unerschöpfliche Geduld nicht noch mehr zu strapazieren.
Soll heißen, bald habt ihr es geschafft. Dank und Lob für eure nicht versiegende Ausdauer!!!
Und so möchte ich heute über einen kleinen Ausflug , den ich als wunderbares Geschenk meines Gastgebers nach wie vor betrachte, berichten.
Zunächst ging es vertraut durch meine Ausflüge vorbei an Klis ,
und dem Autobahnknoten Ćvor Dugopolje nach Sinj. (weiß schon, dass Čvor Knoten heißt)
Mit den Feststellungen, dass das Städtchen mit reichhaltiger Geschichte bedacht ist, und bevor Medjugorje berühmt wurde, Sinj der größte Marienwallfahrtsort im Süden Kroatiens war, strebten wir unserem Ziel zu.
Eine Stadtbesichtigung ergibt sich sicher mal noch.
Man könnte durchaus sagen, viele Wege führen nach Gornji Bitelić , unserem Reiseziel, was so viel wie in unserem Sprachgebrauch Ober Bitelić bedeutet, im Gegensatz zu Donji Bitelić, Unter Bitelić.
Aber nur ein Weg, der selbst für einen Insider nur sehr schwer zu finden war, was meinem Drang nach sehenswerten Motiven erfreulich unterstützte, führte zum angepeilten Ziel.
Durch eine "extravagante" Route kamen wir am südlichen Ende an einem herrlich gelegenen Stausee, den Perućko jezero, vorbei. Dieser See wird ja im Wesentlichen durch die allen bekannte Cetina gespeist.
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Was für eine Offenbarung, die ich wegen mangelndem Verkehrsfluss mitten auf dem Damm festhalten konnte
Auf der anderen Seite der Abfluss der Cetina nicht weniger attraktiv .
Und bei genauer Hinsicht mit einer Schwindel erregenden Hängebrücke.
Nach der kurvigen Auffahrt wurden wir einige Zeit von einem verzauberten Mischwald begleitet.
Und es dauerte nicht lange, da kamen wir an den ersten einzelnen Gehöften vorbei, wo selbst mein Freund (manche sagen mein Bruder, hihi) sich ein bisschen über Abwechslung freute.
Jetzt tauchten wir gänzlich in einsame , zum Teil verlassene oder bröckelnde , aber auch neuerdings renovierte alte Höfe ein.
Bei einem konnte ich dies entdecken (siehe Bilderrätsel)
Was bei einem anderen Haus so aussah
Dazwischen wurde auch aus der Gründerzeit belassenes Arbeitsgerät abgestellt
Und bei einem interessierten Gang durch den Weiler wurde dieser schon seit Generationen als Dreschplatz dienende Kreisel gesichtet.
Und der geradezu sinnbildliche Blick verstärkte den ersten Gedanken, das Leben tobt woanders.
Aber , nach dem ersten Augenschein wurde plötzlich ganz klar, mit welchen funkelnden Naturjuwelen wir da umgeben waren.
Wir genossen in höchstem Maße bei einem ausgiebigen, neugierig machenden Spaziergang
die fast naturbelassen anmutende, ein bisschen befriedete Wildnis.
Die jetzt bei dieser Gelegenheit mehr und mehr eintretende emotionale Kernschmelze vermischte
sich jetzt mit der Zeit ,sich gedanklich abzuwenden, von einem auf einen durch die Medien eindreschenden Marathonlauf durch den Kapitalismus.
Lässt vergessen, dass der Tag nicht nur aus Abwehrschlachten bestehen sollte.
Drängt zurück, hilflos mit anzusehen, dass sich bei vielen nicht die Möglichkeit gibt, frühzeitig dem Hamster Rad zu entfliehen.
Da ist dann der Spruch auch nicht so hilfreich, wer sich an das Absurde gewohnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht (Eugene Ionesco)
Vielmehr sollte sich wesentlich öfter die Gelegenheit ergeben, sich zurück zu den Wurzeln besinnen zu können, wofür sich solch ein Ort mit seiner überaus beruhigenden Umgebung vortrefflich anbietet.
Es war ein nachdenklicher Abschied aus diesem stillen vor sich hin ruhenden Ort.
Und so kreuzten wir auf der Rückfahrt erneut die gerade hier verwunschen schönen Fließwege der Cetina.
Was blieb, wir hatten vor stiller Begeisterung und Gedanken versunken das Magen knurren überhört.
Es war schon später Nachmittag, denn man braucht nicht all zu viel Vorstellungskraft
dass an einem, wie eben besuchten, fast mystischem Örtchen, kein Gourmet Tempel errichtet wurde.
Fachkundig wurden wir durch unseren Gastgeber unterhalb der Burg Klis nun zu einem exzellenten Grill chauffiert.
Es gab Spanferkel oder Lamm (letzteres war ja mein Wunsch) mit frischen Frühlingszwiebeln und knackigem Salat.
Auf Beilagen hatten wir , wissend welche Portionen heran geschafft werden , verzichtet.
So endete ein fast philosophisch angehauchter Ausflug mit vollem Magen , wodurch wir sogar noch etwas einpacken ließen.
Ein Ausflug gedanklich zurück zu den Wurzeln, eine etwas andere Möglichkeit zu entspannen.
Dies gab wieder Kraft für eine weitere Unternehmung, nämlich der euch angekündigten Wanderung hinauf zum Sv. Ivan.
Ich hoffe doch sehr, ihr seid noch dabei
Euer
wallbergler
Siehe auch:
Herbst 2011,Teil 1,Anreise
Herbst 2011,Teil 2,Starigrad-Paklenica
Herbst 2011,Teil 3 Zrmanja/Zadar
Herbst 2011,Teil 4,Kastela/Split
Herbst 2011,Teil 5,Peljesac/Korcula
Herbst 2011,Teil 6, Imotski, Vinisce
Herbst 2011,Teil 7,Omis
Herbst 2011,Teil 8,Hvar
Herbst 2011,Teil 9,Wanderung Kozjak
Herbst 2011,Teil 10,Sibenik
Herbst 2011, Teil 11, Brac
https://www.schoener-reisen.at/forum/showthre…23520#post23520 Herbst 2011, Teil 13, Kozjak, Sv. Ivan
Herbst 2011,abschl.Teil 14, Marjan
https://www.schoener-reisen.at/forum/showthre…23520#post23520
https://www.schoener-reisen.at/forum/showthre…23520#post23520