Valea Viilor befindet sich im nördlichen Teil des Kreises Sibiu.
Am Fluss Vorumloc – einem Zufluss der der Târnava Mare (Große Kokel)
Der Ort Valea Viilor (dt. Wurmloch, ungar. Nagybaromlaka) liegt in einem
Seitental zwischen Mediaş und Axente Sever.
Der Ort wurde 1263 erstmals urkundlich erwähnt.
1516 war Wurmloch eine freie Gemeinde des Schelker Stuhls.
Im Jahre 1939 zählte die Evangelische Kirchengemeinde 928 Mitglieder.
2004 zählte die Evangelische Kirchengemeinde 20 Mitglieder.
Gleichzeitig mit der Wehrbarmachung der Kirche wird auch die Ringmauer um die Kirche erneuert.
Im 14. Jahrhundert begann der Bau einer Kirche, möglicherweise einer gotischen Basilika, wie Ausgrabungen im Bereich
der Sakristei ergeben haben. Eine Vorgängerkirche der heutigen wurde 1414 urkundlich erwähnt.
Ende des 15.Jh. und Beginn des 16. Jh. erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. In dieser Zeit wurde die Kirche wehrhaft ausgebaut.
Der Kirchensaal beträgt 24 x 8,4 m; der Chor 8,9 x 6,5 m. Zwischen Chor und Langhaus ist ein 1,2 m dicker Triumphbogen.
Die Kirche hat ungeteilte gotische Fenster.
Anfangs des 16. Jh. wurden im Inneren des Kirchensaals 7 Wandpfeiler angebaut, die die Ausgangspunkte des Netzgewölbes bilden.
Über dem Kirchenschiff wurde ein Wehrgeschoss eingerichtet und über Nord- und Südeingang wurden wehrtechnische
Verstärkungen zum Schutz des Eingangs angebracht.
Der Chor wurde zum Turm ausgebaut und erhielt drei aus Ziegeln gemauerte Wehrgeschosse. Das vierte ist vorgezogen.
Das letzte Geschoss hat eine Fachwerksbrüstung und einen offenen Wehrgang. Durch Treppen im Inneren sind diese untereinander verbunden.
Die gemauerten Wehrgeschosse enthalten Schießscharten.
Im Chor wurde ein Brunnen gegraben. So konnte man sich in der Kirche bei
auch über längere Zeit in der Kirchenburg bei Angriffen verschanzen.
Neben dem Süd- und Nordportal befindet eine Wendeltreppe für den Zugang zum Wehrgeschoss.
Im nördlichen Vorbau ist die Jahreszahl 1525 zu lesen. Die Kircheneingänge wurden durch Fallgitter geschützt.
Im Inneren der Kirche an der Nordwand befindet sich eine Sakramentsnische, die 1504 datiert ist.
Darüber finden wir eine Darstellung "Jesu als Schmerzensmann".
Der Barockaltar ist 1779 entstanden. Das Gestühl ist aus der Übergangszeit zwischen Gotik und Renaissance und trägt
die Jahreszahl 1528. Die Orgel aus 1807 - 1808 wurde von Melchior Achs gebaut. Sie hat 1 Manual und 14 Register.
Im Jahre 1826 wurde das Orgelgehäuse vergoldet.
Der ovale Grundriss spricht für die Verwendung von Fundamenten einer älteren Ringmauer. Die Ringmauer hat eine
Höhe von 6 - 7 m und einen Wehrgang. In der Ringmauer sind hochgestellte Schießscharten und kleine Gusserker erhalten.
Im Westen wurde eine zweigeschossige Toreinfahrt gebaut. Die Einfahrt ist durch Fallgatter geschützt, deren Laufrinnen erhalten sind.
Im Süden, Norden und Osten wurden zwei Basteien und ein Turm vor der Ringmauer gebaut. Der Ostturm, der nur zur Hälfte vor
die Mauer gesetzt ist, hat drei Geschosse und ein Pyramidendach.
An der Südfront ist eine Inschrift mit gotischen Buchstaben und der Jahreszahl 1591 zu lesen.
In späterer Zeit wurden innen und außen an der Ringmauer Vorratskammern angebaut. 1966 - 1967 wurden
die Vorratskammern leider abgetragen.
In einem Raum der Außenmauer war ein kleines Museum eingerichtet das wie auch die Kirche von einer älteren Frau betreut wird.
Die Dame freute sich sehr über unseren Besuch, da wie sie erzählt ganz wenige deutschsprachige Urlauber kommen würden.
Wir besichtigten ausführlich die Kirche und das Museum und unterhielten uns mit der Frau noch einige Stunden.
Auf die Frage wer das nach ihr betreuen würde fing sie zu weinen an und erzählte, es sein ihrer nur noch sechs Sachsendeutsche
wobei sie die Jüngste und Rüstigste wäre.
Da wir noch Bohnenkaffee hatten überließen wir ihr diesen und auch eine Spende für den Erhalt der Kirche und des Museums.
So saßen wir noch längere Zeit auf der Bank vor der Kirche innerhalb der Außenmauern und sprachen über Ihre Sorgen und Probleme.
Der Abschied war herzlichst und wir mussten versprechen bei unserem nächsten Siebenbürgen Besuch sicher wieder vorbeizukommen.
Auch sind ein paar Tränen geflossen, auch von unserer Seite.
Wir sprechen oft darüber wenn sie nicht mehr in der Lage ist dies alles zu betreuen, wird wahrscheinlich die Kirche zugesperrt und das
Museum aufgelöst werden.
Auf der Straße herrschte wieder starker Verkehr.
Aufgefallen ist uns auch, das der Junge schon vor Stunden mit dem Pferd
vor dem Gasthaus wartete.
Wahrscheinlich hatte der Vater von der vielen Arbeit einen größeren Durst.