Nachdem mir meine Frau diese Entdeckung aus dem Internet ans Herz gelegt hat, mache ich mich bei strahlendem Sonnenschein, aber fast noch winterlichen Temperaturen auf den Weg. Um 12 Uhr sollte es losgehen, gestern am Ostersonntag.
Für Nichthamburger muss jetzt erstmal geklärt werden, wo und was der Hafenbahnhof ist. Als Bahnstation ist der nämlich nirgends verzeichnet, und tatsächlich fährt von dort auch kein Zug mehr, seit 1993. Inzwischen sind die Gleise herausgerissen, ich hab sie in meinen ersten Hamburger Jahren noch gesehen. Lediglich das Bahnhofsgebäude existiert noch und beherbergt seit einigen Jahren eine Musikkneipe.
ZitatDie Altonaer Hafenbahn diente nach der Eröffnung von König Christian VIII. Ostseebahn der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft (AKE) ab 1845 der Anlieferung von Gütern, die bereits in Güterwagen verladen am Bahnhof Altona ankamen, zu den Kaianlagen des Altonaer Hafens und den dort bereitliegenden Frachtschiffen. ( ... )
Um den Betrieb angesichts der geplanten Erweiterungen des Altonaer Hafens nach Neumühlen auszuweiten und sicherzustellen beschloss die (AKE) 1874 den Bau einer Tunnelstrecke vom Altonaer Bahnhof hinab zum Altonaer Hafen. Von dem etwa 200 Meter vom Beginn des Geestabhanges befindlichen ersten Bahnhof wurde nun eine unmittelbar abwärts führende Gleistrasse in einem Tunnel angelegt und am 18. Januar 1876 eröffnet. ( ... )
wikipedia :link:
Den Tunnel kann man im Rahmen von Führungen besichtigen,
ansonsten ist er zu.
Verspätet, wie meistens, komme ich um 12:15 an und befürchte das Wichtigste schon verpasst zu haben.
Man sieht schon, dass von der Bahntrasse fast nichts mehr übrig
und sie teilweise bis zur Unkenntlichkeit überbaut ist.
Aber jetzt die gute Nachricht:
12 Uhr war die Kneipenöffnung und nicht das Eierwerfen :hasengrins:
Man kann sich also in Ruhe erstmal umschauen, innen ...
... wie aussen.
Einmal durch die Glas- und Betonnachbarn auf die Elbe geluschert :hasengrins:
Das sind die Docklands, da kann man aussen über Treppen hochsteigen.
An der Innenseite der Betonwand vor dem Hafenbahnhof sind einige Werke von Hilfegund Schuster zu sehen, die sie im Rahmen des Projekts FrauenFreiluftGalerie geschaffen hat, mehr dazu hier:
https://www.frauenfreiluftgalerie.de/geschichte.php
Was jetzt das Eierwerfen betrifft, so ist das eine regionstypische Tradition der aus Melsungen/Nordhessen stammenden Wirtin. Wobei es diesen Brauch auch in anderen Gegenden gibt.
https://ratgeber.t-online.de/ostereierwerfe…_53747310/index
Da man mit Essbarem nicht schmeisst, so jedenfalls ihre Auslegung, sind ein paar Pappeier, sehr schön bemalt oder bedruckt, entstanden. Dazu benötigt man ein Maßband, hier schon mit Metermarkierungen versehen, und einen Block zum Notieren der Weiten.
Als das Ganze, etwas schleppend, begonnen hat, klinke ich mich einfach bei einer Kleingruppe, bestehend aus 2 Frauen, 2 Kindern und 1 Mann, ein und werde der Kindergruppe (Mädchen, ca. 8 und 10 Jahre) zugeteilt.
Die Richtung stimmt nicht immer ...
hier hätt's beinahe meine Bierflasche erwischt.
Die Wurfwerkzeuge müssen immer wieder repariert werden.
Das war mein weitester (am hinteren Sesselbein).
Unser Team beendet den Wettkampf siegreich mit, addiert, 23 Metern, die Mädchen gewinnen je ein Törtchen und ich ein Bier (eigentlich wär's ein Mixgetränk gewesen, aber darauf steh ich nicht so).
Für weitere Wettkämpfe müssen sich erst Teams finden, ich weiss auch nicht, wie lang die Wurfgeräte das noch aushalten. Selber verlustiere ich mich noch an den inzwischen fertigen Grillprodukten (mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück) und ziehe dann weiter Richtung Museumshafen, neuen Abenteuern entgegen.