(11.4.09)
Auf dem Weg zum "Kranich-See" HornburgasjönLINK komme ich auch durch die alte Domstadt Skara.
Auf dem Weg über einen Bahnübergang (an dem kein Zug mehr fährt) entdecke ich einen Wegweiser Järnvägmuseum.
Was dazu führt dass ich drei Stunden später bei den Kranichen ankomme als beabsichtigt.
Zunächst komme ich zu einem großen roten Lokschuppen, vor dem schon allerlei Interessantes steht.
Das ist doch der gleiche Triebwagen wie auf meinem Bild vom alten Bahnhof Ulricehamn :klick:
Irgenwelche Vollidioten haben gezündelt, vermutlich im Suff
:sauerei:
Die Spinnen hinterlassen dezentere Spuren.
So einen gemischten Mensch-Tier-Transporter habe ich noch nie gesehen ...
"24 Mann und 6 Pferde".
Ein offizeiller Eingang mit Eintritt usw. ist nirgends zu finden. Dafür finde ich eine kleine unverschlossene Tür -
mehr als wieder rausgeschmissen kann ich nicht werden.
Man dürfte sogar rauchen ...
... und drinbleiben darf ich auch.
Der erste Mitarbeiter, dem ich begegne, meint, ich soll nur auf die Gruben aufpassen und nicht hineinfallen.
Und lässt mich weiter herumstöbern.
Man könnte denken, ich hätte dieses Fahrzeug als Türöffner benützt -
aber dann wären die Museumsmitarbeiter nicht so nett zu mir gewesen.
Überall wird gewerkelt, und man muss schon aufpassen, dass man nicht stolpert -
deutsche Museumsbesuchersicherheitsrichtlinien haben hier nichts verloren.
Aus klein mach groß - nein, das ist der gleiche, nur von der anderen Seite
(das passiert, wenn man Bilder 10 Monate später bearbeitet) ...
... und - hokuspokus - ist das gute Stück fertig.
Über den meisten Fallgruben steht irgendwas, hier eine kleine Gleisbaumaschine.
Inmitten dieses Sammelsuriums steht wieder was Nettes für die Raucher,
nämlich dass sie dürfen: Rökning tillåten.
Die Funktion der meisten hier herumstehenden Motoren bleibt mir verschlossen ...
.. allein der hier ist mir vertraut - er stammt von einem VW-Käfer.
Wahrscheinlich sollte er in ein kleines Streckenwartungsfahrzeug eingebaut werden,
als Kind habe ich solche am Parsberger Bahnhof herumfahren sehen.
P.S.
Da musste ich doch gleich mal herumgoogeln, ob ich diese Motordraisine, wie sie offiziell heisst,
nicht irgendwo entdecke - hier ist sie LINK
Diese Datei und die Informationen unter dem roten Trennstrich werden aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons eingebunden.
ZitatAlles anzeigenMotordraisine Klv-12 (12-4904) der ehemaligen Deutschen Bundesbahn (DB), wird seit 1986 von der Fränkischen Museums Eisenbahn (FME) betriebsfähig erhalten.
* Bauart: Klv 12
* Hersteller: Beilhack 3027
* Baujahr: 1960
* Gewicht: 1,6 t
* Länge: 3,2 m
* Leistung: 28 PS, luftgekühlter VW-Boxermotor (VW-Käfer)
* V-Max.: 70 km/h
Inzwischen hat sich ein pensionierter Eisenbahner zu mir gesellt und erklärt mir die Sammlung. Das Ganze läuft auf englisch, und wenn einem von uns das entsprechende Wort fehlt, stellt sich meistens heraus, dass die gesuchten schwedischen Ausdrücke den deutschen sehr ähnlich sind, lokförare zum Beispiel, oder verkstad ...
Wir kommen jetzt zu meinem Lieblingstriebwagen, Y7 heisst er, von dem ich 1987 auf dem gerade noch existierenden Bahnhof Ulricehamn einen Zipfel aufgenommen habe, in Unkenntnis, dass diese Banausen den Bahnhof demnächst dicht machen würden :feuerspuk:
Draussen stand noch ein verpackter; der drinnen steht so dicht an anderen Fahrzeugen,
dass man ihn als ganzes nicht auf die Linse kriegt.
Hier stehen wir auf dem Führerstand, rechts die Motorabdeckung.
Da muss man vom Führerstand aus rankönnen, um ohne großen Zeitverlust Öl nachzufüllen o.ä.
Am anderen Ende ist ebenfalls ein Führerstand, damit man an der Endstation nicht drehen muss.
Und ins Fahrgastabteil gehen wir natürlich auch.
Früher ist ein großer Teil unserer Post, in Schweden wie in Deutschland, mit der Bahn verschickt worden.
Inzwischen passiert das auf der Straße oder in der Luft, und die guten alten Bahnpostwagen sind ausgestorben.
Der rote Wagen hier im Museum steht auch so dicht an den anderen guten Stücken, dass ich ihn nicht im Ganzen
aufs Bild bekomme, so dass ich mich mit einem daneben stehenden Photo behelfen muss.
STÄNGD, geschlossen - hier könnt Ihr keine Post mehr einwerfen.
Es sind schon über hundert Jahre her, da hat das Leben hier getobt ...
... jetzt sind die Postfächer leer.
Nein, unten links ist ein vergessener Brief liegengeblieben.
Ein bissl Werkzeug haben sie uns dagelassen.
Heizbar war so ein Postwagen auch,
Hier gehen wir von der Stadtseite auf den Bahnhof von Skara zu - es sieht aus wie ein völlig normaler Bahnhof.
ABER ...
... da ist auf der Rückseite kein Gleis mehr, zumindestens nicht am Bahnhof.
Einst war Skara Schwedens größter Schmalspurbahnhof, mit Zügen in 5 Richtungen:
(1920er Jahre)
1970 ist der letzte Personenzug der Schwedischen Staatsbahn hier abgefahren, und 1984 der letze Güterzug.
Inzwischen gibt's immerhin Museumszüge von Skara nach Lundsbrunn, natürlich nur im Sommer,
wenn genug Touristen da sind :link:
(oben links auf Deutsch klicken, das ist die Startseite, dann auf Geschichte usw.).
So bekommt man trotzdem den Eindruck, dass sich hier zugmäßig noch etwas tut.