Liebe Foris,
nochmal zum Überblick über die Situation der Gefahr des Wasserdrucks, wenn beide Bäche sich unterhalb der Breitlahner Hütte mit Hochwasser und Wasserstauentladung vereint hätten , hier:
Nach der Abfahrt von der Breitlahner Hütte Richtung Mayrhofen sah ich dann noch einige Stellen mit den Hinterlassenschaften des Hochwassers
Man konnte sich schon vorstellen , mit welcher Kraft und Höhe "es obe gschwoapt hod" (der Wasserschwall hinunter getost ist ) Schließlich waren das nicht gerade Zündhölzer.
und weitere Unbill ist in diesen Tälern mit steil aufragenden Bergriesen immer mal zu befürchten
und so kam ich schließlich auf relativ sichereres Gelände, das weite Zillertal von Mayrhofen bis zum Inntal.
Gleich nach Mayrhofen, wenn man von der Hauptstr. nach Burgstall abbiegt, kommt irgendwann
eine Kreuzstation, die sich mit einem Hügel abhebt, der Burgstallschrofen.
Natürlich musste der besichtigt werden, man ist ja hier in der Pflicht, lach.
Und lachen musste ich auch schon als ich die Beschreibung am Parkplatz sah:
Eine ausreichende historische Erläuterung , verbunden aber wohl voraussehend für Feriengäste ,
die gerne bei schlechtem Wetter ein Topfenbrot Rezept ausprobieren wollen. mppfff
Und so ging es mit Ratschlägen kurz bevor man den Kreuzweg betrat, sozusagen die Ablenkung vor der Pein, weiter
oder noch ein Ratschlag
Es waren noch viele Witze aufgeführt und weitere Hinweise.
Sie sollten aber beim ersten, außergewöhnlich malerischen Kreuzgang aus dem Gedankenreich verdrängt sein
Ein kurzer , angenehmer Weg hinauf
da fiel mir auf, ich hatte ja vor der Abfahrt schon ausgiebig gefrühstückt, hier musste man sich wohl vorher noch mit Geduld fassen
Nach einigem Schmunzeln und nur noch wenigen Schritten kam die letzte große Kreuzstation mit
ungewöhnlich vergrößerten, ausdrucksvoll gemalten Bildern, hier das linke
um schließlich Eintritt in die Kapelle zu begehren, ja begehren, denn so am frühen Morgen war noch geschlossen. Da half auch mehrmaliges Niederdrücken nichts.
Und so schlenderte ich mal um die Kapelle herum und schon ans Gehen gewandt, öffnete plötzlich mit hochrotem Kopf ein Pfarrer in Zivil. Er sah mich verständnislos an, als ich ihn bat, eine Innenaufnahme zu machen. Kurz und knirsch, er gewährte Einlass.
Was mich zunächst diese Aufnahme machen lies
aber mich zu dem leichtsinnigen Gedanken verleiteten lies, ihn zu fragen, ob es da Prospekte für diese schöne Kapelle gibt?
Leichtsinnig deshalb, wie sich herausstellte, weil ich übersehen hatte, dass der Mann am Morgen trotz meines eingeschobenen Lobes wohl nicht bester Laune war.
Was sich dadurch äußerte , dass er sofort den in der Mauer eingelassenen Opferstock aufriss und mir 23 ct vor die Nase hielt , mit der belehrenden , aber mich letztlich überzeugenden Aussage, " mit diesem Geld soll ich auch noch Prospekte zahlen"?
O.k, manchmal kommen Augenblicke, da geziemt es sich, Pflicht schuldigst abzulenken , was mir mit den nächsten beiden Aufnahmen, während er brummelnd in seine Sakristei ging, gelang.
Diese beiden außergewöhnlichen Kunst Perlen ließen auch mich wieder in Hochstimmung kommend und mit behenden Schritten den Rückzug antreten. Nicht ohne mein schlechtes Gewissen mit barer Münze, die nun angesichts der Leere des blechernen Opferstockes laut hinein knallte, zu begleichen. uiii.
Wohl ein Göttergesang, denn ein versöhnendes Huschen im plötzich aus der Sakristei erscheinenden Gesicht der geistlichen Autorität war wohl mein Lohn.
Auch kleine Dinge können Felsen ins Wanken bringen.
Mit leichtem Schritt flog ich fortan dem Parkplatz entgegen und wohlgelaunt fuhr ich durch das Blumenmeer der kommenden Ortschaften.
Hier präsentierte sich das liebliche Zillertal , wo man hinsah ein Blumenmeer in allen Farben, stellvertetend hier:
und als Draufgabe noch die eindrucksvollen Bauernhäuschen
Ein Bilderbuch Abschied im geliebten Zillertal.
Zum Mittagessen genoss ich dann noch die Auffahrt von Rottach-Egern hinauf zur Valepp mit seinem Försterhäuschen, dieses Bild kennt ihr schon
Nach einem fantastischem Hirschbraten kam ich am frühen Nachmittag zurück , aber zu spät für die lieben Geburtstagsgrüße. Oh mei. Es sei mir verziehen.
Das zweite Fettnäpfchen in das ich heute getreten bin, denn eine kleine Episode muss ich noch anschließen:
Als die mürrisch wirkende Bedienung den herrlichen Hirschbraten gefüllten Teller mit einem Semmelknödel, a la Kanonenkugel (und der war auch noch sehr gut) brachte, sah ich bei der Übergabe des Besteckes, dass es aus einer Gabel und einem ganz spitzen scharfen Messer, wie man es für Schweinshaxen wegen der sonst nicht schneidbaren Kruste benötigt wird, bestand.
Und plötzlich platzte es vor allen Gästen aus mir heraus, ob der Hirschbraten denn so zach, ( zäh) ist, dass er diese Bevorzugung eines scharfen Messers benötige.
Der Scherz kam aber nur bei den Gästen an, so dass ich schließlich zum Zahlen nach mehrfachen Aufforderungen zum Küchenbuffet gehen musste. Na ja, das Ganze endete mit üppigen Trinkgeld und versöhnenden Worten . Und gut war ´s .
Lieben Gruß
euer wallbergler