Am Sonntag, den 2.9.2012 haben wir eine kleine Bergtour auf den Thaneller (2341 Meter), den Hausberg der Gemeinde Berwang (1330 Meter) in Tirol, unternommen. Der Thaneller zählt zu den Lechtaler Alpen, obwohl nicht direkt am Lechtal gelegen. Dieser markante Berg ragt einsam über manch andere Berge der Region hinaus.
Es gibt zwei Möglichkeiten des Aufstiegs, den Werner-Rietzler-Klettersteig durch die zerklüftete Nordwand der Thanellers und die „bequemere“ Version von Berwang, einem ca. 1300 Meter hoch gelegenen Dorf etwa 15 km westlich von Reutte auf der Südseite des Berges gelegen. Wir haben die bequeme Route, die mit ca. 3 ¼ Stunden Gehzeit veranschlagt wird, gewählt.
Wie schon im Rätsel von mir angesprochen, gefällt mir die Tour auf den Gipfel besonders aufgrund des Fehlens jeglicher touristischer Infrastruktur, also kein Lift, keine Hütte, keine Sommerrodelbahn etc.
Hingegen ist der Handyempfang wegen zwei in den Hang betonierten Antennen möglich.
Unser Auto war eines von ganz wenigen auf dem riesigen gebührenfreien Parkplatz am westlichen Ende von Berwang. Der Weg führt uns an einem Skilift vorbei über grüne Wiesen, der das Skifahren nur am Fuß des Berges erleichtert.
Danach geht es in Serpentinen einen schmalen Pfad zuerst durch einen lichten Fichtenwald, dann durch Latschen und schließlich durch mal lockeres und mal festeres Gestein bis zum felsigen Gipfel.
Schon beim Aufstieg hat man einen schönen Blick nach Westen ins Lechtal und zu den Allgäuer Alpen, nach Süden reicht der Blick bis zum Alpenhauptkamm, wo die Berge teilweise schon mit Schnee bedeckt waren.
Die von den Wolken gestreifte Erhebung ist der Hochvogel, markanter Berg der Allgäuer Alpen.
Wendet man den Blick nach Osten fällt die schneebedeckte Zugspitze sofort ins Auge.
Im Norden liegt zu Füssen der Ammergauer Alpen der Plansee und der Heiterwanger See, zwei glasklare Bergseen, in denen man im Hochsommer durchaus baden kann. Auf beiden Seen verkehrt ein kleines Passagierschiff und kürzt den Weg für diejenigen ab, die nicht um beide Seen oder einen von beiden wandern möchten. Beide Seen sind durch einen Kanal verbunden. Darüber führt ein Fußgängersteg. Auch für Taucher ist der Plansee ein beliebtes Ziel.
Hinter dem Hahnenkamm befindet sich das Tannheimer Tal.
Nach rechts geht’s in den Klettersteig.
Nordwestlich des Thaneller kann man die Kleinstadt Reutte mit der auf zwei Hügeln gelegenen Ruine Ehrenberg erkennen. Das dahinterliegende Ostallgäu war an diesem Tag weitgehend unter einer Wolkendecke kaum zu sehen. Lediglich ein Teil des Forggensees sowie der Hopfensee waren fast wolkenfrei.
Nordwestlich von Reutte der Säuling.
Am Gipfel trafen wir zwar noch ein paar Wanderer an, konnten jedoch nach einer viertel Stunde die Ruhe und den Blick in die Ferne alleine geniessen. Allein ist ein relativer Begriff, da, wie auch auf anderen Gipfeln der Region Bergdohlen einen Teil unserer Brotzeit abhaben wollten. Es ist natürlich Ehrensache, Landjäger und Brot zu teilen. Die Fotos der gefiederten Begleiter muß ich Euch leider vorenthalten. Die Herrschaften waren ständig in Bewegung und so sind mir keine scharfen Bilder gelungen.
Noch etwas war für mich ein ungewohnter Anblick. Schon beim Start am Parkplatz wurden wir von einem jungen Paar überholt, die Fahrräder nach oben trugen. Vielleicht war da ein Flohmarkt oder eine Reparaturwerkstätte? Kurz vor unserem Eintreffen am Gipfel war die Frage beantwortet. Die beiden versuchten tatsächlich, bergab zu radeln. Wegen der hohen Geschwindigkeit konnte ich die Gesichter der beiden leider nicht erkennen. Ich habe jedoch den Verdacht, dass es sich möglicherweise um Helmut und Cilly gehandelt haben könnte. Unser Helmut hat ja schließlich den Thaneller auf Anhieb im Rätsel erraten.
Nach der Tour und einem schnellen Sprung in den ziemlich kalten Ettwieser Weiher gabs eine kleine Pizza im Dardania Grill in Marktoberdorf-Thalhofen. Das Bild zeigt keine Familienpizza, sondern eine ganz normale Pizza für eine Person.
Ich hoffe, Euch mit diesen Bildern wieder mal ein Stück meiner Heimat nahegebracht zu haben. Es war nichts spektakuläres, einfach eine kleine Wanderung in die Natur. Nächsten Sonntag geht’s wieder in die Berge, dieses mal allerdings zu dritt: Angelika, Suzi aus Japan und ich.
Mal sehen, ob ich meine Canon nicht vergesse und es für ein paar Bilder reicht...
Grüsse
Jürgen