ZitatDer Dalsland-Kanal ist eine künstliche Wasserstraße in Schweden, die den See Vänern mit einer Reihe von Seen der historischen Provinz Dalsland und dem westlichen Värmland verbindet.
Der Kanal wurde zwischen 1864 und 1868 unter der Leitung des schwedischen Ingenieurs Nils Ericson gebaut und passiert bei seinem Lauf unter anderem die Seen Råvarpen, Laxsjön, Lelång, Foxen und Töck, bis er im See Östen endet. Über den Foxen gelangt man in den Stora Le, der sich teilweise in Norwegen befindet. Bis zum Bau der Eisenbahn in den 1870er-Jahren wurden Eisenerz und Sägeholz zwischen Stora Le und Köpmannnsbro transportiert. Das gesamte System ist etwa 254 km lang, wobei aber nur 12 km neu gegraben oder aus dem Fels gesprengt wurden. Boote, die den Kanal durchfahren, gelangen dabei durch zwölf Schleusen und beim Ort Håverud über eine markante Trogbrücke, die Stromschnellen überbrückt. Der gesamte Höhenunterschied des Kanals beträgt 66 Meter. Die Entfernung zum heute norwegischen Haldenkanal beträgt bei Otteid nur 1,5 Kilometer. Von 1827 bis 1956 gab es eine Floßstrecke. Eine schiffbare Verbindung gibt es aus finanziellen Gründen bis heute nicht. Über den Vänern erreicht man den Göta-, sowie Trollhätte-Kanal.
Soweit Wikipedia. Und jetzt kommt Grizzly.
Dieses eindrucksvolle Gewässer und seine Umgebung haben es mir angetan, ich war inzwischen viermal dort.
Das erste Mal 2006 hatte ich eine grössere Tour gemacht zu der oben erwähnten Schlucht bei Håverud, nördlich von Trollhättan, die mit einem Metalltrog für kleine Schiffe überbrückt wird. Mit denen kann man dann während der Touristensaison vom oberen in den unteren See fahren, und wenn man genug Zeit und Schwedenkronen hat, auch noch weiter - die Touristensaison war aber schon vorbei, und es fuhr nix mehr.
Unten am See findet man eine alte Mühle, wo es Kaffee, Kuchen und Kunsthandwerk gibt.
Und hinter der Mühle lag ein kleiner Dampfer, der sah genau so aus wie die "African Queen" in dem Film mit Humphrey Bogart und Audrey Hepburn, und hiess eben auch Hamfri - die Schweden haben die Angewohnheit, möglichst alles so zu schreiben, wie man's spricht (nur ihre eigene Sprache sprechen sie nicht so, wie sie sie schreiben).
Leider hatte ich an diesem Tag meine Kamera vergessen. Ein Jahr später fehlte dafür Hamfri, der war in den Herbstferien bzw. auf Reparatur in der Werft.
Im Juli 2011, stimmte alles. Schiff da, Kamera da - nur das Wetter ...
Hamfri fährt nach Plan, auch wenn es nur einen Passagier gibt, in dem Fall mich. Und dass ich so den Schiffsführer und -mitbesitzer Kåre für mich allein hab, ist wiederum den Regenwetter zu verdanken. So hat alles auch seine Vorteile.
Das Boot wurde 1983 von einem Hobbybastler und Dampfbootfan gebaut und fährt vier Knoten, d.h. ungefähr sieben km/h; pro Stunde verbraucht es eine Kiste Holz.
Und schon läuft das gute Stück.
Mal ordentlich Signal geben ...
Und wie man hört, erinnert der Motor eher an ein Nähmaschinchen als an eine Dampflok.
Nach der Fahrt hab ich Ansichtskarten von Hamfri verschickt, dass ich mit dem guten Stück jetzt unterwegs bin, mit 4 Knoten und 1 Kiste Holz pro Stunde, so dass es mit meiner Ankunft daheim unter diesen Umständen noch ein bissl dauert
Die Fahrt zum Hamfri-Heimathafen geht schneller.
Und pünktlich zum Ausbooten hört der Regen auf, einen Moment wenigstens.
(wird fortgesetzt)