Vor der Oper warteten auch Pferdefuhrwerke mit herrlichen Kutschen
auf Kunden.
Diese Kutsche musste sicher einmal bessere Zeiten erlebt haben.
Man war sichtlich bemüht alles gepflegt wirken zu lassen.
Ich spreche aber von der Altstadt. Ansonsten sah es anders aus.
Für mich wurde es Zeit zum Frühstück ins Hotel zu gehen und mit Erna
den Rundgang durch die Altstadt gemeinsam fortzusetzen.
Eine kleine Geschichte muss ich noch erzählen:
Ich war vormittags auf der Suche nach einem guten Stadtführer, womöglich in
deutscher Sprache. Wirklich traf ich einen jüngeren Mann der deutschsprachige Führer
verkaufte. Das Buch kam mir für ukrainische Verhältnisse doch etwas teuer vor,
aber was sollte es.
Da er ein gutes Deutsch mit Akzent sprach fragte ich Ihn woher er so gut
deutsch spreche. Da erzählte er mir das er auf der Lemberger Universität deutsch
studiert hätte und jetzt leider keine Arbeit habe.
Später sah ich in einer Auslage das gleiche Buch um den halben Preis.
Am späteren Nachmittag gingen Erna und ich noch auf ein Bier und wenn sahen
wir im Biergarten sitzen, meinen Bücherverkäufer und noch ein paar nicht ganz
vertrauenswürdige Typen. Da ich aber neugierig war gingen wir auf sie zu
und fragten ob wir uns zu Ihnen setzen dürften. Sie bejahrten es und gleich
merkte ich das konnten nie ein Ukrainer sein. Jetzt wollte ich wissen woher mein
Bücherverkäufer kommen würde und sagte Ihm auch, dass ich das Buch welches er
mir verkauft hätte um den halben Preis in einem Geschäft gesehen hätte.
Da meinte er ohne Umschweife, schließlich müsse er auch von etwas leben.
Jedenfalls rückte er heraus, dass er aus dem nördlichen Niederösterreich stammte
und schon lange in Lemberg lebe. Ob es stimmte kann ich nicht sagen, jedenfalls
erzählte er uns, dass er österreichische heiratswillige Männer und ukrainische Frauen
vermittle und für Treffen in Hotels sorgen würde. Ob es stimmte wollte ich nicht mehr
Wissen.
Leider gibt es auch eine Kehrseite dieser schönen Stadt.
Die große Armut die einem auf Schritt und Tritt sichtbar wird.
Vor allem die älteren Menschen leiden extrem darunter.
In den Städten ist die Armut umso spürbarer.
Am Land haben die meisten Menschen einen Garten, wo sie sich
etwas anbauen können, aber in den Städten gibt es keine Möglichkeit.
Wir sind mit etlichen Menschen die etwas Deutsch sprachen ins Gespräch
gekommen und die erzählten uns, das die Rente teilweise nur 75 Euro
betragen würde. Wie sollte man da Leben.
Auch haben wir mit etlichen Österreichern gesprochen die in Lemberg wohnten.
Habe lange überlegt ob ich ein paar Bilder zeigen sollte.
Zum Beispiel stehen Frauen und auch Männer vor Kirchen die versuchen Blumen zu verkaufen.
Oder eine Dame hatte eine Waage und wollte eine Kleinigkeit, wenn man sich abwiegen
würde. Natürlich haben wir uns gewogen.
Leider gibt es vor Kirchen überall Menschen, die versuchen doch eine kleine Spende
zu bekommen. Diese Anblicke machen einen schon sehr deprimiert, da diese Menschen
nur so überleben können.
Die nächsten Fotos stammen nicht alle vom Sonntag sondern auch von
den folgenden Tagen.
Das schwarze Steinhaus am Rynokplatz, ein Patrizierhaus, gehört zu den wertvollsten
Architekturdenkmälern Lemberg und es gibt in keinem anderen europäischen
Land vergleichbares.
Es wurde 1588-1589 von Peter Barbon und Paul dem Römer gebaut.
Das Gebäude erhielt seinen Namen im 19. Jahrhundert, weil sich die Sandsteine
der Außenfassade mit den Jahrzehnten schwarz gefärbt hatten.
Der Rynokplatz ist voll von solch herrlichen Bauten.
Überall in der gesamten Altstadt sah man wertvolle alte Bauten.
Neben der Kirche von Mariä Entschlafung bzw. Himmelfahrt thront der so genannte Korniakt-Turm.
Das hübsch verzierte Bauwerk wurde auf seine heutige Höhe von 65 Metern gebracht, nachdem es
durch einen Brand im Jahre 1695 schwer beschädigt worden war.
Heute ist der Glockenturm eines von Lembergs augenscheinlichsten Wahrzeichens.