@ Waldi
Am letzten Samstag gings los .....
@ Klaus
die Nordrhein-Vandalen sind unterwegs
@ Elke
Dass das letzte Wochenende in D "staureich" sein würde, war abzusehen.
( Ferienbeginn NRW!)
Tja, das sagt ihr heute, lach.
Aber wer das ganze Leid eines 4 Häuserbaues in der unmittelbar dem Garten angrenzenden Nachbarschaft abbekommt, dem bleibt nur noch temporär die Flucht bei schönem Wetter, wie es sich dieses vergangene Wochenende ergeben hat.
Dauer Lärm , Krach durch herabfallende Balken , niedliche Kreissägen Klänge , die neuesten Flüche aus der Baubranche, ergibt mit dem gleichzeitigen Straßenbau und seinen Staubwolken eine unsägliche Mischung, nämlich im wahrsten Sinne des Wortes einen vernebelten Durchblick.
So nimmt es nicht Wunder, dass der 3 x täglich staubwischende Pensionist nichts von dem Ferienbeginn mit bekam.
Egal, es findet sich immer ein Weg seine zwischenzeitlich gefährlich gefüllte Staublunge zu reinigen, auch wenn sämtliche Straßen nicht nur wegen dem Ferienbeginn , sondern auch wegen der wetterbedingten Kurzurlauber verstopft waren.
Nachdem ich noch die Hofausfahrt gefunden!! hatte , musste der Wallbergler schon bei nächsten Ortschaft, die sich bisher noch nicht als Stauhindernis hervor getan hat, erkennen, dass die Anreise mehr einer Schnitzeljagd nach besonderen Umfahrungspunkten ähnelt.
Und so lernte der Wallbergler völllig entspannt viele kleine Ortsdurchfahrten, einschließlich vorbei an Kuhställen, einen letztlich passablen
Weg hinauf zur Schwarzenbachwacht , oberhalb Ramsau , kennen und lieben.
Schon bei der zweiten Anfrage nach Unterkunft hatte ich Glück. Einen wunderschönen Gasthof. Hier die Url
Hier der Blick vom Balkon dieses herrlichen Gasthofes auf den Gebirgszug des Hochkalters ,
direkt im Vordergrund seht ihr den Steinberg, dahinter die Schärenspitze und den Blaueisgletscher
Meine erste Ausfahrt galt natürlich der Litzlalm.
Viele kennen die von der Radlauffahrt vor 2 Jahren.
Also kann ich mich auf das Wesentliche konzentrieren: das erneute Hochgefühl in dieser grandiosen Bergwelt , an einem wolkenfreien Tag.
Nur so viel sei zusätzlich erwähnt, bei der Auffahrt bin ich richtig erschrocken, obwohl ich ja den rd. 400m langen Teil mit 25 % Steigung kannte.
Ihr glaubt es nicht, wie in den zwei Jahren seit der letzten Auffahrt die Berge heuer wieder steiler wurden. Ehrlich, trotz Pedelec pfiff ich aus dem letzten Loch. Und das mit dieser Super Gangschaltung meines neuen Pedelecs.
Verschärfend kam hinzu, dass ich von einer holden Maid mit rund 16-18 Jahren , wenn auch mit einem lieblichen Lächeln überholt wurde.
Da kommt man schon ins Grübeln, nicht wegen der schönen Fee, nein , nein, ich machte mir Gedanken, wie die neuen Motoren, zwar auch 250 kw, aber bis zu 75 Newtonmeter , davon zogen.
Der Zug der Zeit halt. Grübeln hält jung.
Die Litzlalm ist nicht sichtbar, diese Hütte im Hintergrund ist privat. Alles aber vor den Osthängen der lang gezogenen Reiteralpe
Der Weg führte dann längere Zeit hinüber ins Österreichische und dort sah man dann auch schon die Loferer Steinberge mit Rothorn und Geishorn
links und rechts außen
Auf der Rückfahrt kam ich wieder zum Hirschbichl mit seiner Schranke , von da an gings bergab
Dies war auch gleichzeitig die Grenze zwischen Deutschland und Österreich
Am nächsten Tag sah ich in unmittelbarer Nähe meiner Unterkunft oberhalb des Taubensees ein nettes Schild, da stand drauf:
nach Mordau.
Also zur Mordaualm. Spricht man tatsächlich so wie Mord Aualm. Der Besitzer des Gasthofes konnte mir aber nicht sagen, ob da ein Mord geschah.
Er zuckte nur die Achseln.
Egal , es waren nur 2,9 km angezeigt. Ich ließ es langsam angehen, war ja 33°, zumindest lt. Thermometer .
Es hieß 285 Höhenmeter.
Was wiederum entspanntes Radlfahren erwarten ließ.
Lässig oder? Hatte aber trotzdem meine Tasche dabei, mit Verbandskasten, Kleinwerkzeug und und und.
Es ist immer häufiger zu sehen, dass selbst bei diesen Ausflügen die Moutrainbikes , also hier Pedelecs, zunehmend ohne weiteres Gepäck fahren.
Nun ja, ich konnte ja schon zweimal helfen, als es zwei Unbekannte auf den Schotter geschmissen hatte. So ist das halt.
Also fuhr ich vom Gasthof auf der Landstr. da oben Richtung Schwarzenbachwacht ca. 1 km vor, dann gegenüber dem Taubensee von der Landstr. rechts hinauf. Gleich mal die ersten 100m im 3. Gang, aber dann ging es moderat mit so ca. 6-7 ° Steigung dahin.
Freute mich schon , weil ich so gelöst dahin radeln konnte, auf dieser Forststr. waren mir nur 2 Radler begegnet, da kam ein Wegzeichen.
So ähnlich wie dieses.
Jetzt kam wieder der Grübler in mir. Sage und schreibe den letzten Kilometer kam wieder eine dermaßen steile Strecke, auch noch auf Sand und Schotter und mit geschlossenem Gatter (wegen der Kühe, bzw. des Jungviehs.)
Das bedeutete , nach dem Gatter wieder steil weiterfahren und aufsteigen.
Ich glaube, das wäre zirkusreif anzusehen gewesen.
Anfahrt, sowieso nur im 1. Gang, ein bisschen quer zur Fahrbahn ( wer es schon machen musste, weiß von was ich rede), dann rasch noch halb auf den Sattel , bis das Hinterrad wieder griff. Haltungsnoten, würde ich mal sagen, mit dem nicht ganz leichten Rad so höchstens um die 2.
Der Herr hat´s gerichtet, war keiner da.
Meine Güte , schwer geprüft kam ich dann oben an und- dann war auch schon wieder alles vergessen.
Diese unglaubliche Ruhe, diese würzige Luft nur vom klangvollen Läuten der Kuhglocken unterbrochen.
Ja , die hatten so 8 Kühe, der Rest war Jungvieh.
Die Mordau Alm, wenn ihr das Auto weg denkt, wie im Heidifilm, eine extrem urige Alm
und jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich fühlte, als ich in diesem Paradies Rast machte.
Hier der Blick, links die Watzmann Westwand und rechts der Hochkalter .
Da hat dann das Herz wieder gelacht, meine Welt, ist das nicht schön???? Auch wenn es keine große Reise war, so sollte es doch hier in diesem Forum seinen Platz finden.
Und für den jugendlichen Buben auf dem Müller Riese Radl gab´s obendrein Original Milch mit Butterbrot oben drauf.
Das musste einfach sein.
Allein schon vom ansehen, regeneriert meine Lunge wieder
Ein bisschen später, nach ausgiebigem Genuss eines unglaublichen Hochgefühls in dieser urgewaltigen Bergwelt
fuhr ich wieder extrem langsam hinunter zum Abendessen.
Ja, die Tage vergingen natürlich wie im Flug und am Montag Vormittag ( der Regen kam erst abends) kam ich wieder nach Hause und musste erst die Staubwolken eines Baufahrzeuges abwarten, um meine Hofeinfahrt zu treffen.
Kurz ich war wieder daheim.
Genießt mit mir die Bilder und freut euch mit mir.
lieben Gruß
Helmut