waldi auf Korfu 2016
The british cemetery
Anacamptis pyramidalis, Ophrys fusca, Ophrys bertolonii, Orchis quadripunctata, Serapias neglecta. usw.
waren die magischen Wörter die mich zu einem Besuch des britischen Friedhofs von Korfu veranlassten.
Leider hatte ich einen wichtigen Hinweis meines Reiseführers überlesen.
Die 30 verschiedenen Orchideenarten auf dem Gottesacker blühen zwischen Februar und Juni.
Ich war zu spät!
Trotzdem war der Besuch dieses Friedhofes nicht vergebens.
Die kleine Pforte wo das obige Schild hängt war nicht leicht zu finden.
Fast wären wir im Inselknast nebenan gelandet.
Früher betrat man den Friedhof durch ein schmiedeeisernes Tor das heute von einer Bougainvillae bewachsen ist.
In dem Haus links wohnt der Friedhofsgärtner, oder besser, die gute Seele des Friedhofes.
George Psaila wurde 1927 in diesem Haus geboren.
Nach dem Tod seines Vaters, der aus Malta gekommen 1924 die Pflege der Gräber übernommen hatte, führte er ab 1944 den Friedhof weiter.
Auf der Bank vor dem Haus sitzend begrüßt er jeden Gast persönlich und erzählt gerne von seiner Mission.
Wieder einmal ärgerte ich mich über meine sehr mangelhaften Englischkenntnisse!
mit freundlicher Genehmigung von George Psaila
Irgendwie strahlt der Friedhof etwas Romantik aus.
Er erzählt Geschichten und zeigt Schicksale auf.
Ob es Mord oder Selbstmord war?...
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Artilleristen liegen friedlich neben Matrosen aus beiden Weltkriegen...
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Dieser Gedenkstein erinnert an den Korfu-Kanal-Zwischenfall am 22.10.1946.
Als eine britische Flotille, bestehend aus 4 Schiffen, den Kanal zwischen Korfu und der albanischen Küste passierte,
lief der Kreuzer "Saumarez" vor Saranda auf eine Mine.
Der Zerstörer "Volage" erhielt den Auftrag, die Saumarez in den Hafen von Korfu zu schleppen.
Dabei lief auch die Volage auf eine Mine und ihr Heck wurde abgerissen.
Trotzdem brachte die Volage die Saumarez nach Kerkyra.
Von den 44 Toten gehörten 31 zur Besatzung der HMS Saumarez und acht zur HMS Volage; von den restlichen fünf ist unklar, auf welchem Schiff sie waren.
Dies waren die ersten Opfer des kalten Krieges.
Die anschließende britische Klage vor dem internationalen Gerichtshof führte zu dessen erstem Urteil, in dem Albanien zu Schadenersatz verurteilt wurde.
2009 fanden Unterwasserarchäologen im Schlamm in der Bucht von Saranda auf rund 50 m Tiefe den vermeintlichen Bug der Volage.
Der Fundort, lediglich 1200 Meter vor der Küste bei Saranda, ließ daran zweifeln,
ob die Schiffe wirklich dem von den Briten angegebenen und dem vom IGH angenommenen Kurs gefolgt waren.
Der Fundort ließ eher darauf schließen, dass die britischen Schiffe fernab des internationalen Schifffahrtswegs in albanischen Gewässern unterwegs waren.
Den Opfern kann es wohl egal sein!
Aber nicht nur Militärs und nicht nur Briten wurden hier bestattet....
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Der Friedhof dient auch heute noch als letzte Ruhestätte.
Mit ein paar Bildern ohne Grabsteine verabschiede ich mich vom britischen Friedhof.
Tipp zum Abschluss: Wer Orchideen mag der sollte einen Besuch im März oder April einplanen.
Liebe Grüße von waldi aus Ungarn
Inhaltsverzeichnis
Waldi auf Korfu 2016
01 waldi auf Korfu 2016 Planung
02 Korfu Vorbereitung und Anreise
03 Korfu Das Hotel "Kaiser Bridge"
05 Die Halbinsel Kanoni - Die Basilika von Paleópolis
06 Die Halbinsel Kanoni - Kloster Vlacherna
07 Die Halbinsel Kanoni - Pontikonisi ( Mäuseinsel)
08 Die Halbinsel Kanoni - Mon Repos
10 Des Kaisers Thron bei Pélekas