Ich habe mir lange überlegt, ob ich darüber einen Bericht verfassen soll oder nicht.
1.) es ist schon relativ lange her
2.) ist es kein Reisebericht im eigentlichen Sinne, obwohl wir mit den Einheimischen sehr viel herumgefahren sind.
Was ich dort erlebt habe, würde ich als "Normal-Tourist" nämlich nie sehen/erleben.
Dies waren keine Urlaubsreisen, sondern ich organisierte Hilfslieferungen in den Banat im Südwesten Rumäniens (nördlich der Karpaten).
Meine Reiselust und Neugier auf neue Länder/Menschen half mir dabei sehr viel.
Jede Menge Bürokratie und die Suche nach Spenden war eine zeitraubende Prozedur, aber es sollte sich auszahlen,
ich habe Menschen kennen gelernt, die (trotz ihrer Armut) das gewisse Blitzen/Glitzern in ihren Augen hatten.
Ich habe Vertrauen erlebt, von sowas können wir hier nur träumen.
Fröhlich waren sie durchwegs fast alle, und das Feiern haben sie sicher nicht verlernt (kenne ich aus eigener Erfahrung *g*).
Die extreme Gastfreundschaft ist ungefähr mit Montenegro zu vergleichen, nur dass die Montengriner zu Beginn
vielleicht etwas zurückhaltender sind.
Meist waren wir mit einem 18m Sattelzug und einem Mitsubishi-Pajero unterwegs.
Ein Jahr nach dem Umsturz war die Erste Fahrt, die letzte im Sommer 1994.
Die Bilder sind eingescannt, bitte also die Qualität zu entschuldigen (Ich hatte damals noch keine DigiCam *ggg*).
Ungarn kannte ich ja schon relativ gut und lange (wir Österreicher hatten es auch mit dem Visum etwas leichter),
nur über die Tisza bin ich bis damals noch nicht gekommen.
Wir fuhren in Nadlac über die Grenze und ich war das erste Mal in Rumänien.
In Arad merkten wir schon einiges von der Armut, die uns erwarten wird.
Kurze Zeit später waren wir in Timisora, in der Stadt, in der (mit Arad) der Umsturz begann.
An diesem Platz herrschte echte Ruhe und ich hatte wirklich ein sehr beklemmendes Gefühl im Magen.
Ich habe ja als Amateurfunker natürlich vieles Live miterlebt, so manche
Schilderung von den Rumänischen Amateurfunkkollegen sind mir heute noch im Gedächtnis, einen von denen
habe ich dann später auch in Anina getroffen.
Auch das Anstellen bei den Lebensmittelgeschäften kann man sich heute nicht mehr vorstellen.
Wir fuhren weiter nach Resita, dort mussten wir (wie immer) zum Zoll.
Wir kamen an einer Kroatischen Siedlung vorbei, der Ort heißt Carasova.
Es geht weiter in die Berge.
Wir sind in Resita angekommen.
Jede, aber wirklich jede, größere Stadt hat irgendein Monument am Stadtrand stehen.
Anina, eine typ. Bergbaustadt
Vieles ist aber schon dem Zerfall preisgegeben, den Ceausescus waren ja die Minderheiten komplett egal,
darum gab es ja auch keine Unterstützung.
Steierdorf, das eigentliche Ziel unserer Fahrt ist erreicht.
Dort habe ich noch immer viele Bekannte, leider leben einige von den Älteren nicht mehr
Einer der größten Schocks war das Krankenhaus in Anina.
Vom Krankenhaus selber stelle ich hier keine Bilder rein, es würde mir eh keiner glauben.
Es fehlte einfach alles für eine richtige Versorgung.
Unser LKW-Fahrer musste die Kurven zum Krankenhaus rückwärts bergauf fahren, damit wir die Hilfsgüter abladen konnten.
Einen der größten Dämpfer bekam ich, als ich diesen Rettungswagen näher betrachtete.
Ein gutes Jahr später kamen wir dann mit einem relativ neuen Rettungswagen an.
Wie heißt es so schön: Fortsetzung folgt ...