Rückblick zum Mai 1996
Um die "Wappen von Hamburg" nicht zu verpassen, mussten wir um 4:00 aufstehen, um 6:00 gings los, ab Hamburg-Landungsbrücken. Die Fahrt dauerte ca. sechs Stunden, vor Helgoland wurden wir "ausgebootet", weil das große Schiff nicht in den Hafen passte. Rechts von mir Schnuppi (rote Jacke).
Postkarte der Insel, wie sie kurz vor 1990 aussah.
Das war Anfang Mai 1996 - jetzt isses wärmer.
Ähnlich wie damals schenkte mir Schnuppi die Helgoland-Reise zum Geburtstag, nur dass sie jetzt aus Gesundheitsgründen nicht mehr mitfahren konnte, und dass ich mir mehrere Tage Zeit nehmen sollte (und wollte), u.a. um den Lummensprung zu sehen, deshalb auch der spätere Zeitpunkt.
Im Gegensatz zu 1996 haben wir jetzt ein Schnellboot, den andernorts schon erwähnten Katamaran Halunder Jet, der mit maximal 65 km/h über die Wellen brettern kann, mit Erschütterungen, die im Regelfall geringer sind als in einem ICE. Und wir können bis in den Hafen (Südhafen) fahren, d.h. man muss nicht mehr ausbooten.
Man beachte den "Heimathafen" Limmasol/Cypern - die Unsitte des Ausflaggens greift auch hier.
Die meisten der Containerschiffe, die uns unterwegs begegnen, sind in Monrovia registriert, und ich glaube kaum, dass die betreffenden Reeder in der liberianischen Hauptstadt wohnen oder gar Kinder oder Enkel dort zur Schule gehen lassen. Das machen sie lieber hier und sparen sich die Steuern dafür.
Das schwere Gepäck muss man vorher aufgeben, es wird in rollende Käfigen gestapelt und mit einem Kran an Bord gehievt - d.h. man sollte mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt da sein, noch besser 45 Minuten, dann fängt die Gepäckaufgabe an.
In Helgoland geht's dann umgekehrt, wobei die Käfige mit einem Schwung am Rand der ungesicherten Hafenkante entlang geschubst werden, dass man sein Gepäck schon im Wasser wähnt. Es bleibt aber alles trocken.
Aber noch sind wir nicht da. Nach einem kurzen Zwischenstop in Wedel-Schulau nehmen wir eine größere Anzahl an Passagieren in Cuxhaven auf.
Die Kugelbake
Eine gute Stunde später ist Land in Sicht.
Nach der schon erwähnten Gepäckeinsammlung geht's Richtung Quartier am westlichen Ende der Siemensterrasse. Siemens hat hier nichts mit Elektrik zu tun, sondern mit dem Helgoländer Begründer der Badetouristik,
Jakob Andresen Siemens
der ab 1826 nach einigen Startschwierigkeit vielen Insulanern das wirtschaftliche Überleben sicherte.
Empfangen von meiner überaus freundlichen Pensionswirtin und vom Gepäck befreit geht's wieder los. Normalerweise nehme ich immer einen Rucksack auf meine Wanderungen mit, aber hier liegt alles so eng beieinander, dass das, was ich unterwegs unbedingt brauche, in die Westentasche passt oder sich (Kamera, Fernglas) um den Hals hängen lässt.
Auf geht's zum ersten Inselrundgang.