Heute ging es wieder in die Berge. Allerdings sollten die steifen Gelenke und nicht der Mietwagen bewegt werden. Eine relativ gemütliche Tour führt durch die Mili Schlucht, nicht weit von Rethymno entfernt. Gemütlich ist ein Begriff, den ich für meine persönlichen Anforderungen geprägt habe. Gemütlich war jedoch heute nur ein kleiner Teil der Wanderung. Der Extremregen hat auch in dieser Schlucht seine Spuren hinterlassen. Brücken wurden beschädigt, so dass man sich einen Weg über den Bach suchen muss. Erdrutsche und Felsstürze kommen dazu. Trotzdem ist die Landschaft etwas für meinen Geschmack.
Aber seht selbst...
In dieser Schlucht wurden einmal ganze sechzig Wassermühlen betrieben wo Mehl für die Region gemahlen wurde. 1972 war damit Schluss. Es war einfach zu aufwändig, die dort wohnenden Familien zu versorgen und den Weizen ins Tal und das Mehl wieder heraus zu bringen.
Heute ist es einfach idyllisch in dieser engen Schlucht die ganzjährig Wasser führt.
Überall Ruinen der ehemaligen Mühlen. Leider fehlen Infotafeln so dass der genaue Zweck der Bauten nur erahnt werden kann.
Manche Kanäle führen auch heute noch Wasser. Manche sind eingewachsen oder verschüttet.
So gemütlich wie der Weg hier aussieht ist er nur an wenigen Stellen.
Wir sind von oben nach unten gewandert. Das ist insbesondere bei den derzeit schwierigen Geländeverhältnissen einfacher als umgekehrt.
Am nördlichen Ausgang der Schlucht mussten wir uns den Weg zur Hauptstraße durch die Olivenhaine suchen. Dort würde ich von freundlichen Einheimischen mit dem Pkw mit nach oben genommen wo ich das Auto geparkt hatte. Entlang der Hauptstraße rauf in die Berge zu laufen wäre nicht ideal gewesen.
Mittlerweile weis ich genau, dass die Beschilderung auf der Insel oft sehr schlecht ist und die Namen der Ortschaften abseits der Städte ausschließlich kyrillisch angeschrieben sind. Suchen und mal falsch fahren sind somit an der Tagesordnung. Aber schließlich haben wir ja Zeit. Wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht....
Hallo Daniel,
Wer mich kennt der weis, dass ich nicht unbedingt da hin muss wo alle Touristen hin wollen. Es gibt so vieles weniger Bekanntes gleich nebenan von bekannten Sehenswürdigkeiten. Da ist es meist auch ruhiger so wie heute in der Mili Schlucht.
Grüsse
Jürgen