Zuletzt waren wir in der Provinz Khao Lak in Thailand in einem Hotel direkt am Strand um uns zu erholen. Sieht man von drei Tagen ab, wo wir mit einem gemieteten Roller unterwegs waren, haben wir schlicht und einfach nicht viel unternommen.
Manchmal genügt es schon, direkt von der Hotelanlage aus auf Erkundungstour zu gehen um Neues zu entdecken. Das ist natürlich im städtischen Bereich anders als da wo wir vor kurzem waren. Die kleine Feriensiedlung liegt am Merlin Beach und besteht aus ein paar Hotels und der dazugehörigen touristischen Infrastruktur. Direkt daran schließt sich der Khao Lak - Lamru National Park an. Man überquert die Regionalstraße die die Siedlungen verbindet und ist schon im üppigen Grün.
Auch im Nationalpark gibt es schmale befestigte Wege oder Straßen wo Menschen leben.
Man kann dort zu Fuß gehen oder manchmal auch mit dem Pkw fahren. Mit dem Roller kommt man eh fast überall durch.
Manche einheimische Familien leben sehr bescheiden. Keinen Kilometer entfernt befinden sich Hotels mit vier und fünf Sternen.
Andere Familien nennen immerhin schon einen Pickup ihr eigen und sind so nach und nach dabei, die Wohnverhältnisse zu verbessern.
Für mich ist oft gar nicht erkennbar, ob ich mich im Urwald oder bereits in einer Landschaft befinde, die der Mensch verändert hat. Das Grün ist einfach überall. Selbst wenn ein Wald gerodet wird, wächst er in sehr kurzer Zeit wieder zu.
Manche Bambussorte soll sogar bis zu 30 cm pro Tag wachsen. Das kann man sich kaum vorstellen.
Ich sehe Früchte die ich nicht kenne und weis auch gar nicht, ob man die vielleicht sogar essen kann.
Manche jedoch kennt jeder Europäer. Hingegen kann ich nicht sagen, ob die Ananas wild wächst oder angepflanzt wurde.
Diese Frucht hingegen dürfte wohl von den nebenan wohnenden Einheimischen angepflanzt worden sein.
Auch die ärmlich aussehenden Häuser verfügen über Stromanschluß. Mit dem Wasser ist das anders. Sicherlich gibt es Fließgewässer, die in der Trockenzeit kein Wasser führen. Die meisten jedoch haben wohl so viel Wasser, daß die Einheimischen einfach Plastikleitungen verlegen und so einen fast kostenfreien Wasseranschluß im Haus haben. Ob das Wasser nur zum Waschen und Kochen oder auch als Trinkwasser verwendet wird, weis ich nicht. Bei früheren Aufenthalten habe ich immer wieder mal Eiswasser an Imbißständen probiert. Das mache ich heute nicht mehr, weil der "flotte Otto" wohl immer dabei ist.
Nach etwa einer halben Stunde Gehzeit sind wir schon am Wasserfall. Da baden gerade ein paar einheimische Mädchen. Natürlich mit vollständiger Kleidung. Ein Bikini oder ein Badeanzug ist bei den Einheimischen verpönt.
Das Wasser ist etwas kühler als das Meer. Ich schätze die Temperatur auf etwa 26 Grad Celsius.
Die Straße, die zu diesem Wasserfall führt ist relativ breit. So bleibt es nicht aus, daß plötzlich ein Bus mit russischen Urlaubern ankommt. Da wird es schnell voll im Naturpool.
Wir gehen zu Fuß auf dem nun schmalen Weg noch ein Stück weiter in den Wald.
Scheinbar wachsen hier sogar Strelitzien wild.
Weiter oben noch ein Wasserfall. Da ist nun jedoch kein Besucher mehr. Allerdings gibt es hier Stechmücken, die uns umkehren lassen.
Nach einer Dreiviertel Stunde gemütlichem Fußweg sind wir wieder in unserer Hotelanlage und erholen uns vom Ausflug beim Schwimmen im Meer.
Zuvor haben wir sogar noch einen kapitalen Waran in einem Sumpfgelände gesehen, der wohl hinter einem Reiher her war. Diese Beute hat er jedoch nicht erwischt. Ich habe den Waran leider auch nicht mit meiner Kamera erwischt. Man kann halt nicht alles haben bei einem kleinen Spaziergang in den Urwald...
jürgen