Bei uns in Bayern finden Mitte März die Kommunalwahlen statt. Ich wohne in einem 4000 Einwohner zählenden Dorf. Die Einwohnerzahl rechnet sich einschließlich der "Kolonien" wie wir sagen, also benachbarter kleiner Dörfer, die gegen ihren Willen vor knapp 50 Jahren eingemeindet wurden. Es verhielt sich damals ähnlich wie vor ein paar Jahren bei der Krim.
Ein Kandidat aus solch einem Dorf namens Schwabmühlhausen will nun als "Reingeschmeckter" Bürgermeister werden. Er hat sich hierzu eines besonderen Mittels bedient. Gestern hing an jeder Haustüre eine kleine Papiertüte mit einem "Kiechla" drin. Als Kiechla bezeichnet der Allgäuer und Schwabe sogenannte Auszogne. Wie diese regionale Spezialität hergestellt wird, erklärt euch der Chefkoch.
https://www.chefkoch.de/rezepte/403310…ne-Kuechle.html
Um die Auszognen gehts aber nur nebenbei. Der Hauptgrund, warum ich dieses Thema hier anspreche ist der Spruch des Kandidaten auf der Tüte. Sicherlich können den nicht alle ins Hochdeutsche übersetzen. Probiert es einfach mal.
Wir werden sehen, ob diese Art von Wahlgeschenk dem Marcus zum Amt des Bürgermeisters verhilft. Marcus sage ich deshalb, weil man bei uns auf dem Dorf mit jedem per Du ist. Ein Bürgermeister ist deshalb faktisch auch nichts anderes als der Nachbar mit dem man gelegentlich eine Halbe Bier trinkt.
Marcus wohnt übrigens seit Jahren im "Hauptort Langerringen" fast nebenan.
grüsse
jürgen